Umfrage unter Aktienexperten
Mehrheit für Agenda 2010 könnte Börsen stützen

Nach der Zustimmung des SPD-Sonderparteitags zu den Reformplänen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) beobachten Börsianer nun mit Argusaugen die für die kommenden Monate in mehreren Gesetzespaketen geplante Verabschiedung der Agenda 2010 im Bundestag.

Reuters FRANKFURT. Zwar gehe vom Beschluss der Reformpläne ein positives Signal für die Börsen aus, sagten Aktienexperten. Entscheidend für die Märkte sei nun aber, ob die Reformpläne letztendlich auch umgesetzt würden.

"In Euphorie werden die Märkte sicher nicht ausbrechen, aber ein positives Signal geht von dem Beschluss aus, da dies ein erster Schritt hin zu Reformen ist", sagte Frank Schallenberger, Aktienstratege von der Landesbank Baden-Württemberg.

Stefan Mitropoulos, Aktienstratege bei der Bankgesellschaft Berlin, sagte, die Zustimmung wirke zwar beruhigend auf die Börsen. "Aber die Märkte wollen jetzt wissen, ob es zu Reformen kommen wird oder nicht und dazu muss der Entscheidungsprozess im Parlament abgewartet werden", sagte er. "Einen deutlichen Kurssprung wird es nicht geben, da dies ja noch kein endgültiger Durchbruch war." Torsten Danner, Aktienhändler bei MM Warburg, schätzte die Auswirkungen der Abstimmung auf die Aktienmärkte am Montag als gering ein. "Es wird darauf gewartet werden, was nun folgen wird", sagte Danner.

Bundeskanzler Schröder will mit den Reformen die Wirtschaft ankurbeln. In der SPD-Fraktion haben zwölf Abgeordnete massive Bedenken gegen die Agenda deutlich gemacht, die in den kommenden Monaten in mehreren Gesetzespaketen im Bundestag verabschiedet werden soll. Dort hat Rot-Grün für die Kanzlermehrheit eine dünne Mehrheit von vier Stimmen. In den vergangenen Wochen hatte Schröder wiederholt mit Rücktritt gedroht, falls die SPD ihm nicht folge.

Bereits vor dem SPD-Sonderparteitag schrieben die Analysten von WestLB Panmure in einer Kurzstudie, dass sie die Agenda 2010, zwar "nicht für den wirklich großen Wurf" hielten. Aber sie könnten sich vorstellen, "dass sie ein erster großer Meilenstein auf dem Weg in eine bessere ökonomische Zukunft Deutschlands sein könnte."

Nach Angaben der SPD-Spitze stimmten am Sonntag auf dem Sonderparteitag rund 90 Prozent der Delegierten für die Reformagenda.

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