Umfrage unter fünf Experten
Analysten erwarten von Ericsson "harte Botschaft"

Der schwedische Mobilfunkkonzern Ericsson hat nach Einschätzung von Analysten die Umkehr in positivere Gefilde noch nicht geschafft. Bei den Zahlen für das zweite Quartal, die am Freitag präsentiert werden, rechnen Branchenexperten mit einem noch größeren Verlust als im Vorquartal.

ddp.vwd. STOCKHOLM. Eine Umfrage unter fünf Analysten ergab einen erwarteten Vorsteuerverlust von 5,5 Milliarden Schwedischen Kronen (1,17 Milliarden Mark), in denen die Restrukturierungskosten noch nicht enthalten sind. Beim Umsatz werden rund 56 Milliarden Kronen vorausgesagt. Im ersten Quartal hatte Ericsson einen Vorsteuerverlust von 4,9 Milliarden Kronen und einen Umsatz von 55,9 Milliarden Kronen ausgewiesen.

Analysten warnen, dass Ericsson nur wenig gute Nachrichten für seine Investoren wird bieten können. "Es wird eine ziemliche harte Botschaft werden", sagte ein Stockholmer Analyst. "Das Beste, was Ericsson erklären könnte, wäre, dass sich die Situation stabilisiert und dass ein Ende der Marktkontraktion absehbar ist." Doch selbst dann stünden dem Hersteller von Netzwerken und Geräten für den Mobilfunk immer noch einige schwierige Quartale bevor.

Lediglich das massive Restrukturierungsprogramm, das im April in Angriff genommen wurde, gebe ein wenig Anlass zur Hoffnung. Nach dem ersten Quartal hatte Ericsson angekündigt, rund 12.000 Stellen streichen zu wollen. Außerdem sollen vom nächsten Jahr an bei den Betriebskosten jährlich etwa 20 Milliarden Kronen eingespart werden. Analysten erwarten nun konkrete Angaben über die Fortschritte beim Einsparprogramm. Im gerade abgelaufenen Quartal dürften die Maßnahmen jedoch kaum zum Ergebnis beigetragen haben.

Die operativen Margen im Netzwerkbereich, das als Kerngeschäft rund 70 Prozent zum Umsatz beisteuert, dürften im zweiten Quartal weiter unter Druck gestanden haben, sagten Experten. Tim Luke von Lehman Brothers rechnet hier mit einer Marge von etwa 4,1 Prozent, was dem Wert des Vorquartals entsprechen würde. Im ersten Quartal 2000 lag die Marge noch bei 14 Prozent. Beim Geschäft mit Mobiltelefonen rechnen Analysten mit einem erneut großen Betriebsverlust. Im ersten Quartal hatte er 5,7 Milliarden Kronen betragen.

Mittlerweile ist Ericsson unter den größten Verkäufern von Mobiltelefonen von der dritten Stelle auf die vierte zurückgefallen. Nach dem Verkauf eines Großteils der Produktionskapazitäten für Mobiltelefone will Ericsson nun den Rest in ein Joint Venture mit Sony Corp, Tokio, einbringen.

Die Aktien von Ericsson legten bis 14.30 Uhr 3,2 Prozent auf 5,43 Euro zu.

Weitere Informationen zum Unternehmen unter www.ericsson.de und www.ericsson.com.

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