Umfrage unter Top-Managern:
Kanzler wird beim Abbau der Arbeitslosigkeit scheitern

Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft erwarten, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sein Ziel nicht erreichen wird, die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bis zum Jahr 2002 auf unter 3,5 Millionen zu verringern.

HB DÜSSELDORF. Fast drei Viertel (73 %) der Top-Manager bezweifeln, dass der Kanzler sein Vorhaben umsetzen kann, nur ein Viertel (26 %) traut ihm das zu. Dies ergab die repräsentative Befragung im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors im Mai. Besonders skeptisch sind hier die Führungskräfte ab 50 Jahren, bzw. Manager aus Großunternehmen sowie aus der Baubranche und dem verarbeitenden Gewerbe, die zu 76 bis 83 Prozent nicht daran glauben, dass die rot-grüne Bundesregierung bis zur nächsten Bundestagswahl eine solch tiefgreifende Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt bewerkstelligen wird.

Rund die Hälfte der Top-Manager (48 %) meint, dass es unter den Arbeitslosen "sehr viele" (9 %) oder "viele" (39 %) gebe, die an einer Arbeitsaufnahme nicht wirklich interessiert seien. Fast eben so viele der befragten Manager (46 %) glauben, dass dies immerhin "einige" unter den Beziehern von Arbeitslosengeld oder-hilfe seien. Nur 6 Prozent finden, die Zahl derer, die in dieser Weise das soziale System ausnutzten, sei verschwindend gering.

Die Führungskräfte befürworten fast einmütig (zu 84 %), die Bestimmungen darüber zu verschärfen, welche Stellenangebote Arbeitslosen zugemutet werden können. 13 Prozent sprechen sich gegen schärfere Zumutbarkeitsregelungen aus. Um einiges geringer ist die Zustimmung der Top-Manager, wenn es speziell um Regelungen geht, wonach Arbeitslose verpflichtet werden sollten, eine angebotene Stelle auch dann anzunehmen, wenn diese einen starken Einkommensverlust für sie mit sich brächte: Zwei Drittel (65 %) fänden es richtig, wenn in diesen Fällen die Zahlung des Arbeitslosengeldes für acht Wochen gesperrt würde. 31 Prozent lehnen hingegen eine solche Maßnahme ab.

Im Auftrag des Handelsblatts führt das Psephos-Institut für Wahlforschung und Sozialwissen-schaft Befragungen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland durch. Diese werden - mit Ausnahme der Sommerpause - monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im Mai wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 808 Führungskräfte in der Zeit vom 30. April bis 11. Mai 2001 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

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