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Umfragen erklären Leben und Liebe

Frauen fühlen sich von ihren Männern zu wenig beachtet: 54 Prozent beklagen, dass ihren Partnern nicht auffällt, wenn sie sich besonders schön gemacht haben. Dies hat eine von zahllosen Umfragen ergeben, wie sie jede Woche fast jede Zeitschrift schmücken.

dpa HAMBURG. Frauen fühlen sich von ihren Männern zu wenig beachtet: 54 Prozent beklagen, dass ihren Partnern nicht auffällt, wenn sie sich besonders schön gemacht haben. Dies hat eine von zahllosen Umfragen ergeben, wie sie jede Woche fast jede Zeitschrift schmücken.

Daher wissen wir auch, dass Männer neidischer und eifersüchtiger sind als Frauen. Und: Zwei Drittel aller Frauen denken oft an Sex.

Das Schöne an den Umfragen: Viele bestätigen unsere Vorurteile, manche widerlegen sie aber auch. Nicht alle sollten bitter ernst genommen werden, Gesprächsstoff bieten sie immer. Gerade für Frauenzeitschriften sind sie unverzichtbar. "Der Unterhaltungswert ist einfach riesig", sagt "Freundin"-Chefredakteurin Renate Rosenthal. Die Zeitschriften nutzen die von ihnen in Auftrag gegebenen Befragungen auch, um Stimmungen und Trends bei ihren Lesern zu erforschen. "Manchmal kommt das Gegenteil dessen heraus, was wir erwartet haben", sagt Rosenthal. "Es gibt eben Trends, die gelebt werden, und Trends in den Träumen."

Über kein Thema ergießt sich die Flut der Umfragen so heftig wie über Liebe, Partnerschaft und die kleinen und großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Männer und Frauen halten sich für gute Einparker, aber Winterreifen sind bei Männern beliebter. 41 Prozent der Frauen leiden an Schlaflosigkeit, aber nur 34 Prozent der Männer. 85 Prozent der Männer bevorzugen Frauen mit betont weiblichen Formen und 70 Prozent wünschen sich eine sexuell aufgeschlossene Partnerin. Aber: 61 Prozent der Frauen entscheiden sich bei der - zugegebenermaßen nicht zwingenden - Alternative "fleißig im Haushalt" oder "gut im Bett" für die häuslichen Qualitäten.

Vor allem geht es um den "Ich-auch-Effekt", sagt Gislinde Sander von der Agentur Sander Public Relations in Hamburg. "Viele Leserinnen finden sich wieder. Sie merken: Mir geht es auch so. Ich bin nicht allein." Also: 72 Prozent der Frauen kochen regelmäßig, aber nur 44 Prozent der Männer. 53 Prozent ärgern sich am meisten darüber, dass Männer sich vor der Hausarbeit drücken, 41 Prozent nervt, dass ihr Mann nie richtig zuhört. Unter dem Strich dann nicht mehr überraschend: Nur jede zweite Frau ist mit ihrem Mann zufrieden. Gelbe Zähne finden dabei 71 Prozent abstoßend. Erheblich toleranter sind Frauen in Fragen der Treue: Nur 22 Prozent können Seitensprünge nicht ertragen.

Manchmal entlarven Umfragen die verbreitete Neigung zur Selbsttäuschung: Männer sind nach eigener Einschätzung beim Frühjahrsputz aktiver als Frauen. Immerhin 24 Prozent der Frauen glauben, mit einem Baby würden alle Probleme in der Partnerschaft verschwinden. Vier von fünf Deutschen halten sich für gut oder sehr gut gebildet. Aber vier von fünf wissen nicht, in welchem Jahrhundert Karl der Große gelebt hat. 72 Prozent aller über 50-Jährigen glauben, dass sie jünger aussehen als sie sind.

Bevorzugt geht es immer wieder um die Liebe: Jeder zweite Deutsche glaubt dabei an Schicksal. Blonde haben am meisten Sex-Appeal. Die Mehrheit der Männer mag keine Küsse mit Lippenstift. Fast jeder dritte Deutsche hatte schon einmal Sex am Arbeitsplatz. Frauen finden hässliche Männer erotisch. Männer haben häufiger Liebeskummer als Frauen. "Natürlich interessiert Sex immer wieder", sagt "Freundin"- Chefredakteurin Rosenthal. Aber es gibt auch Ausnahmen von der Regel: "Im November sind Adventsplätzchen gefragter."

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