Umfragen zur Bundestagswahl am 22. September
Kanzler-Frage wird zunehmend unwichtig

Die Koalition nach der Bundestagswahl im September wird den Deutschen laut "Politbarometer" immer wichtiger. Die Frage nach dem Kanzler dagegen verliert an Bedeutung.

Reuters BERLIN. 71 Prozent der Befragten hielten die Regierungskonstellation für wichtiger als die Kanzlerfrage, vor einem Monat seien es noch 64 Prozent gewesen, teilte das ZDF am Freitag unter Berufung auf die Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen mit. Unterdessen gab es keine deutlichen Veränderungen bei Sonntags- und Kanzlerfrage. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union laut "Politbarometer" unverändert auf 41 Prozent, die SPD unverändert auf 36 Prozent. Die Grünen würden einen Punkt auf sieben Prozent zulegen, die FDP läge unverändert bei neun Prozent, die PDS würde mit vier Prozent (minus eins) die Fünf-Prozent-Hürde verfehlen. Damit hätte Schwarz-Gelb mit 50 Prozent einen Vorsprung von sieben Punkten auf Rot-Grün.

Nicht mal jeder Zehnte glaubt an einen Aufschwung

Auf die Frage nach dem besseren Kanzler sprechen sich laut "Politbarometer" 52 Prozent für SPD-Amtsinhaber Gerhard Schröder (plus zwei) und 39 Prozent für CDU/CSU-Herausforderer Edmund Stoiber (plus eins) aus. Die Hälfte der 1068 Befragten geht davon aus, dass es mit der Wirtschaft weiter abwärts geht, nur acht Prozent glauben an einen Aufschwung.

Die aktuelle Emnid-Sonntagsfrage im Auftrag des Senders n-tv ist ebenfalls stabil: Die SPD liegt unverändert bei 34 Prozent, während die Union mit 40 Prozent einen Punkt einbüßt. Die FDP legt um einen Punkt auf zehn Prozent zu, die Grünen bleiben bei sieben Prozent. Doch sieht Emnid die PDS mit fünf Prozent und damit einem Punkt mehr als in der Vorwoche wieder im Bundestag.

Wahlforscher rechnen damit, dass 45 bis 46 Prozent der Stimmen für die Mehrheit im Bundestag reichen, wenn die PDS draußen bleibt. Allerdings kommt eine Partei auf jeden Fall in den Bundestag, wenn sie drei Direktmandate gewinnt. 1998 gewann die PDS vier Wahlkreise in Berlin, nach dem Neuzuschnitt der Wahlkreise der Hauptstadt gelten jedoch nur zwei als sicher. In einem Fünf-Parteien-Parlament läge die Mehrheits-Schwelle etwa bei 48 bis 49 Prozent. Nach allen derzeitigen Umfrageergebnissen würde es aber auch in diesem Fall für Schwarz-Gelb reichen.

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