Umkehr vonnöten
IWF-Chef Köhler erwartet Kehrtwende bei Euro-Kursentwicklung

Die Europäer sollten nach Ansicht von IWF-Chef Köhler aufhören, ihre Notenbank herunterzureden. Die Diskussionen sollten sich vielmehr auf Strukturreformen konzentrieren.

Reuters BRÜSSEL. Die Unterbewertung des Euro an den Devisenmärkten muss nach Ansicht von Horst Köhler, Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), korrigiert werden. Köhler zeigte sich am Dienstag in einem Ausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel zuversichtlich, dass es bei der Kursentwicklung des Euro angesichts des kräftigen Wachstums in der Euro-Zone zu einer Kehrtwende kommt. "Der Euro ist unterbewertet, das ist ein Problem. Diese Fehlbewertung muss korrigiert werden. Es wird eine Umkehr geben", sagte der IWF-Chef. Köhler nahm außerdem die Europäische Zentralbank (EZB) vor Kritik in Schutz. "Aus meiner Sicht hat die EZB gute Arbeit geleistet unter schwierigen Bedingungen", sagte der IWF-Chef. Die Europäer sollten aufhören, ihre Notenbank herunterzureden. Die Diskussionen sollten sich vielmehr auf Strukturreformen konzentrieren. "Wir brauchen mehr Klarheit ... und mehr politische Führung in Europa", sagte der Chef des Währungsfonds.

Mit Blick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft zeigte sich der IWF-Chef optimistisch. Er erwarte im kommenden Jahr trotz der hohen Ölpreise weiterhin ein solides Wachstum. Die Weltwirtschaft sei in ihrer besten Verfassung seit dem Fall der Berliner Mauer vor zehn Jahren. In den USA mehrten sich die Anzeichen für eine weiche Landung der Wirtschaft. Köhler forderte jedoch Zurückhaltung bei den Staatsausgaben in den USA und eine höhere Sparquote. Der Euro hat seit seiner Einführung im Januar 1999 knapp 30 % an Wert zum US-Dollar verloren. Die höheren Wachstumsraten der Wirtschaft in den USA und die damit verbundenen höheren Ertragschancen für Kapitalanlagen sind ein wichtiger Grund dafür. In jüngster Zeit mehrten sich jedoch die Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur in den USA abkühlt.

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