Umkehrung des frühen Trends
Renten drehen ins Minus

Händler sprachen von einem sehr ruhigem Ferien-Geschäft ohne neue Impulse.

Reuters FRANKFURT. Die Kurse der richtungweisenden europäischen Zinsfutures haben am Dienstag zur Geschäftsmitte ins Minus gedreht und damit ihren frühen Trend umgekehrt. Händler sprachen von sehr ruhigem Ferien-Geschäft, wobei neue richtungweisende Impulse im bisherigen Tagesverlauf ausgeblieben seien. Der festere Euro und die höher als erwartet ausgefallenen Gebote bei der UMTS-Auktion hätten gute Vorlagen geliefert, während die Veröffentlichung der unerwartet hoch ausgefallenen Großhandelspreise am Morgen dem Markt einen Dämpfer versetzt hätten. Belastet hätten zudem die Äußerungen des Wirtschaftswissenschaftlers Rolf Peffekoven, der auf Grund des schwachen Euro Zinserhöhungen nicht ausschloss.

Der Euro-Bund-Future notierte gegen 13.40 Uhr MESZ mit minus 25 Ticks bei 105,58 Punkten. Der Bobl-Future verlor 14 Ticks auf 102,97 Punkte. Am kurzen Ende gab der Schatz-Future um fünf Ticks auf 101,29 Punkte nach. Zur Kasse notierte die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2010 mit 100,630 (Montag 100,650) Prozent. Sie rentierte auf diesem Niveau mit 5,183 %.

Die börsennotierten Bundeswertpapiere gaben am Dienstag im Kassavergleich erneut überwiegend nach. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 5,26 von 5,25 % am Montag. Der Rex-Rentendindex fiel um 0,02 % auf 110,0066 Zähler. Sieben gehandelte Papiere verbesserten sich um bis zu 0,050 %punkte, 77 Papiere gaben bis zu 0,69 %punkte nach. Die Bundesbank kaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 60,0 (Freitagskäufe 38,5) Mill. Euro.

Der Euro bewegte sich gegen 13.40 Uhr MESZ mit Kursen von 0,9130/32 $ nahe seines Tageshochs von 0,9134 $. Devisenhändler sprachen allerdings von technisch geprägtem Handel, für den es keine fundamentale Untermauerung gebe. Unterstützung habe der weitere Verlauf Versteigerung der UMTS-Lizenzen geliefert, hieß es im Rentenhandel. Die Gebote bei der deutschen Auktion der UMTS-Mobilfunklizenzen haben am Dienstag die obere Grenze der Erwartungen der meisten Analysten durchbrochen. Ungeachtet des am zwölften Versteigerungstages verlangsamten Auktionstempos wurden bis Dienstagmittag für die vier bis sechs Lizenzen mehr als 81 Mrd. DM geboten. Belastet hätten den Markt die unerwartet hohen deutschen Großhandelspreise, sagten Händler. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, lag der Index im Juli um 5,8 % über dem Stand des Vorjahresmonats. Im Juni und Mai hatte er bei 5,5 beziehungsweise 5,4 %, im Mai 1989 bei 6,1 % gelegen. Den Gesamtindex ohne Brenn- und Treibstoffe gab das Bundesamt mit plus 3,2 % über Vorjahresniveau an. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise im Durchschnitt um 0,3 %. Rolf Peffekoven, der dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland angehört, sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, er erwarte kein baldiges Ende der Euro-Schwäche. Für ihn spiegelten die Euro-Kurse die Erwartungen der Marktteilnehmer, die weiterhin ein stärkeres Wachstum in den USA als in Europa sähen. Er sei skeptisch, dass es ohne Strukturreformen in den großen europäischen Wirtschaftsnationen wie Deutschland, Frankreich und Italien bald eine Wende beim Euro geben werde. Er sei jedoch zuversichtlich, dass in Deutschland noch in diesem Jahr eine Einigung auf eine Rentenreform zu Stande komme. Der gegenüber dem $ schwache Euro erhöhe die Importpreise. Dieser Preisdruck könnte zu einer Zinserhöhung führen, sagte Peffekoven.

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