Umsätze der Autohändler zogen kräftig an
US-Einzelhandel von Irak-Krieg belastet

Kaufzurückhaltung wegen des Irak-Kriegs und gesunkene Benzinpreise haben den US-Einzelhändlern im April einen überraschenden Umsatzrückgang beschert. Ohne Autoverkäufe ergab sich den Daten vom Mittwoch zufolge sogar das stärkste Minus seit dem 11. September 2001.

Reuters WASHINGTON. An der Wall Street belasteten die Konjunkturdaten die Aktienkurse. Der Dollar hingegen gab zum Euro nur vorübergehend etwas nach. Analysten verwiesen auf einen starken Einfluss außerordentlicher Faktoren auf die Einzelhandelsumsätze im vergangenen Monat.

Wie das US-Handelsministerium mitteilte, gingen die Erlöse in der Branche im Vergleich zum März um 0,1 % zurück. Von Reuters befragte Volkswirte hatten dagegen einen leichten Anstieg um 0,4 % erwartet. Ohne den Autoabsatz sanken die Umsätze um 0,9 %. Das war der deutlichste Rückgang seit September 2001, als die Anschläge in New York und Washington die Geschäfte der Einzelhändler stark belasteten. Lässt man dagegen die Erlöse aus dem Benzinverkauf außer Acht, ergab sich sogar ein Plus von 0,4 %. Die Treibstoffumsätze gingen wegen gefallener Preise um 5,9 % zurück. Die schwache Nachfrage nach Bekleidung und Möbeln zeigt indes die Kaufzurückhaltung der US-Verbraucher im April.

Die Daten passen zu den jüngsten Geschäftsberichten von US-Einzelhandelskonzernen wie vor allem dem Branchenprimus Wal-Mart, die von einem besonders schwierigen Quartal gesprochen hatten. "Der Bericht (des Handelsministeriums) ist eine große Enttäuschung im Hinblick auf die Aussichten für ein wirtschaftliches Wachstum in diesem Jahr", sagte Rentenanalyst Bob Gay von Commerzbank Securities. "Die Verbraucher befindet sich in einem sehr viel vorsichtigeren Stimmung (als gedacht)."

Den Zahlen aus der Branche zufolge trübte der Irak-Krieg das Verbrauchervertrauen weiter ein und hielt die Konsumenten gebannt vor dem Fernseher und damit vom Einkauf ab. Ferner klagten die US-Einzelhändler über das schlechte Wetter. Zahlreiche Unternehmen erwarten nun allerdings eine allmähliche Marktbelebung in der zweiten Jahreshälfte. Die Verbraucherausgaben machen zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus.

Volkswirte wiesen auf die besonderen Umstände der April-Zahlen hin. Diese seien zwar schlechter als erwartet ausgefallen, sagte Patrick Fearon von A.G. Edwards & Sons Inc. in St. Louis. Zu einem großen Teil sei dies aber auf die gesunkenen Umsätze an Tankstellen zurückzuführen. "Das wiederum spiegelt den Rückgang der Benzinpreise wider, was ja eigentlich gut ist", sagte Fearon.

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