Umsätze im dritten Quartal verdoppelt
Ebay baut Auktionsgeschäft weiter aus

Mit eindrucksvollen Quartalszahlen demonstrierte Ebay seine Vormachtstellung bei Online-Versteigerungen. Die Aktie gilt mittlerweile als Standardwert im Bereich Internet. Ebay-Chefin Meg Whitman sieht kein Ende des Wachstums. Doch die Wall Street stört sich zunehmend an der hohen Bewertung der Aktie.

pos PALO ALTO. Während große Namen aus der alten Garde der Web-Unternehmen wie etwa Amazon noch weit von der Gewinnschwelle entfernt sind und sich der Web-Auktionsmarkt in einer scharfen Konsolidierung befindet, versetzt Online-Versteigerer Ebay die Wall Street immer wieder in Verzückung. Beinahe euphorisch kommentierten Experten die zum Wochenschluss vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal. Mit verdoppelten Umsätzen und überproportional anziehenden Gewinnen übertraf Ebay alle Voraussagen.

Der konsolidierte Nettoumsatz erreichte im dritten Quartal 113,4 Mill. $, ein Plus von 93,8 % im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres. Der konsolidierte Nettogewinn unter Berücksichtigung von Sondereffekten schoss auf 15,2 Mill. $ in die Höhe. Ohne Herausrechnung von Sondereffekten werden 19,1 Mill. $ (7 Cents pro Aktie) erreicht, im Vorjahr waren es 3 Mill. $ (1 Cent/Aktie). Im Durchschnitt hatten Analysten mit 4 Cent/Aktie gerechnet. Trotzdem konnte der Wert am Freitag nur leicht auf 58,06 $ zulegen. Begründet wird dies mit dem bereits hohen Bewertungsniveau der Aktie angesichts der allgemeinen Zurückhaltung bei Internet-Aktien. Von I.B.E.S. Int. (www.ibes.com) befragte Analysten geben sich im Schnitt aber weiter optimistisch. Elf sehen Ebay als "strong buy", 14 als "buy" und vier als "hold".

Die Zahlen belegen die breite Basis, auf der sich Ebay heute bewegt, für die gehandelten Volumina, Transaktionen und Neukunden. Der Wert der gehandelten Waren und Dienstleistungen wird mit 1,4 Mrd. $ angegeben, 83 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Hier macht sich bemerkbar, dass Ebay zunehmend höherwertige Güter wie Autos oder Immobilien handeln kann. Gestartet war Ebay 1995 als kultige Plattform zur Versteigerung von Sammlerobjekten und Kleinkram.

Bei den registrierten Nutzern wurde ein Plus von 146 % auf 18,9 Mill. User erzielt. Zusammen mit dem Wachstum bei Volumen und Transaktionen ist dies ein Zeichen dafür, dass sich immer mehr Amerikaner trauen, im Web zu kaufen - die Ebay-Zahlen sind noch ganz überwiegend von den USA geprägt. Rund 68,5 Mill. Abschlüsse wurden in den drei Monaten zum 30. September getätigt - im Vergleichsquartal waren es 36,2 Mill. Was die Wall Street besonders erfreute, war der Anstieg der Bruttomarge von 71 % auf 79 % . Meg Whitman, President und CEO von Ebay, zeichnete in einem Conference Call einen positiven Ausblick. Sie sieht ein stabiles Umsatzwachstum von jährlich rund 50 % voraus. Analysten sehen dies aber mit Skepsis, da Ebay nach früheren Aussagen bis 2005 ein Umsatzziel von gut 3 Mrd. $ anpeilt, was so kaum zu schaffen sein dürfte.

Der Auktionsmarkt hat sich im Web zwar etabliert, gilt aber als schwierig und hart umkämpft. Die großen Märkte ziehen schnell alle interessanten Angebote auf sich und lassen Newcomern kaum Chancen. Selbst Jeff Bezos von Amazon.com musste dies lernen: Seine Auktionsseiten entwickelten sich weit schlechter als erwartet. Konkurrenten von Ebay sind Unternehmen wie QXL oder Ricardo - letztere werden von QXL übernommen. Der Bertelsmann-Konzern hat jüngst seine Auktionsaktivitäten aufgegeben und die Plattform andsold.de an Ebay abgegeben.

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