Umsätze insgesamt dünn
Wall Street schließt uneinheitlich

Die New Yorker Aktienmärkte haben am Mittwoch nach einem vorsichtig optimistischen Konjunkturausblick von US-Notenbank-Chef Alan Greenspan uneinheitlich geschlossen. Während die Standardwerte bis Handelsschluss zulegten, erholte sich die US-Technologiebörse Nasdaq weitgehend von ihren Verlusten und schloss kaum verändert.

Reuters NEW YORK. Händlern zufolge wurde die Stimmung am Markt durch neue Anschlagsdrohungen gegen die USA belastet. Insgesamt sei der Handel aber bei dünnen Umsätzen ruhig verlaufen, was an dem bevorstehenden langen Wochenende in den USA anlässlich des Feiertags "Memorial Day" am 26. Mai gelegen habe, sagten Marktteilnehmer.

Der Standardwerte-Index Dow-Jones schloss 0,30 Prozent höher bei rund 8 516 Punkten. Der Nasdaq-Index lag bis Handelsschluss mit minus 0,08 Prozent kaum verändert bei rund 1 490 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index beendete die Sitzung 0,42 Prozent fester bei rund 923 Punkten.

Greenspan hatte vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss beider Häuser des US-Kongresses gesagt, eine starke Produktivität und eine bessere Stimmung an den Finanzmärkten unterstützten das Wachstum. Eine sichere Einschätzung der Verfassung der US-Wirtschaft nach Ende des Irak-Kriegs bezeichnete er indes als verfrüht.

Die Äußerungen Greenspans reichten Händlern zufolge nicht aus, um dem Markt neuen Auftrieb zu verleihen. Vor allem unerwartet gute Quartalsergebnisse der US-Unternehmen hatten dem umfassenderen Standard & Poor's-Index (S&P) seit Mitte März einen Anstieg um 18 Prozent beschert. "In seiner typischen Art hat Greenspan gesagt, dass es der Wirtschaft besser gehen könnte, und dann sind da Gefahren", sagte Rick Meckler vom Investmenthaus LibertyView.

Belastend habe sich zudem ein vom arabischen Fernsehsender El Dschasira ausgestrahlter Aufruf zu Anschlägen auf die USA und andere Länder auf den Markt ausgewirkt, hatte es im Handel geheißen. Am Mittwoch erließ das US-Militär für seine Einrichtungen im Inland die schärfste Warnung. Erst am Vortag hatten die USA aus Furcht vor Anschlägen ihre landesweite Warnstufe auf das zweithöchste Niveau erhöht. Zudem sollten die Botschaften der USA, Großbritanniens und Deutschlands in der saudiarabischen Hauptstadt Riad ab Mittwoch ganz oder teilweise geschlossen werden.

Im Blickpunkt der Investoren standen Händlern zufolge die Aktien von Hewlett-Packard (HP), des zweitgrößten Computerherstellers hinter IBM. Die Papiere gewannen 5,22 Prozent auf 17,94 Dollar, nachdem HP am Vortag ein über den Erwartungen ausgefallenes Quartalsergebnis ausgewiesen hatte und die Prognosen der Analysten auch im Gesamtjahr erfüllen wollte. Die Aktien von Tabak-Konzernen gehörten zu den größten Gewinnern bei den Standardwerten. Die Papiere der Philip-Morris-Mutter Altria profitierten von einem für die Tabakindustrie günstigen Urteil eines Gerichts in Florida und legten 9,71 Prozent auf 38,30 Dollar zu. Ein Berufungsgericht hatte den Spruch einer früheren Instanz zurückgewiesen, der die Branche zur Zahlung von 145 Milliarden Dollar hätte verpflichten sollen.

Zu den Verlieren bei den Technologietiteln gehörten die Aktien des Netzwerkausrüsters Cisco Systems. Die Titel verloren 1,81 Prozent auf 15,70 Dollar, nachdem die Investmentbank DB Securities ihre Einstufung für die Papiere auf "Hold" von "Buy" gesenkt hatte. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,44 Milliarden Aktien den Besitzer. 1971 Werte legten zu, 1311 gaben nach und 169 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,57 Milliarden Aktien 1684 im Plus, 1473 im Minus und 2 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 101-29/32. Sie rentierten mit 3,395 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten um 3/32 zu auf 116-13/32, wobei sich eine Rendite von 4,350 Prozent ergab

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