Umsatz bleibt auf Vorjahresniveau
Fujitsu Siemens trotzt dem Abwärtstrend

Adrian von Hammerstein darf stolz sein: Der Chef von Fujitsu Siemens Computers (FSC) konnte am Mittwoch auf einer Hausmesse in Augsburg einen konstanten Umsatz präsentieren - große Wettbewerber wie Hewlett-Packard mussten dagegen in den vergangenen Monaten dramatische Einbrüche hinnehmen. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres (zum 30.9.) lagen die Einnahmen von FSC mit 2,45 Mrd. Euro nur minimal unter denen des Jahres 2001.

jojo AUGSBURG. Damit schnitt das Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Elektronikkonzerns Fujitsu und des deutschen Technologieriesen Siemens AG wesentlich besser ab als der gesamte Markt für Informationstechnologie (IT), der bis Ende September weltweit deutlich geschrumpft ist. Marktforscher gehen momentan davon aus, dass die Ausgaben für IT-Ausrüstung im laufenden Jahr um rund 5 % sinken werden.

Sorgen muss sich von Hammerstein aber um den Gewinn. Mit einem Verlust vor Steuern von 21 Mill. Euro von April bis September ist der Manager von den mittelfristigen Renditezielen seiner Anteilseigner weit entfernt. Wenn es nach Fujitsu und Siemens geht, soll FSC bis 2005 eine Umsatzrendite von vier bis fünf Prozent erwirtschaften. Derzeit verdient unter den Computerbauern aber nur der US-Konzern Dell richtig Geld. Nahezu alle anderen Wettbewerber kämpfen mit roten Zahlen.

Mit einem aggressiven Marketing und günstigen Preise hat Dell auch in Deutschland dem Marktführer FSC stark zugesetzt. Selbst bei Aufträgen der öffentlichen Hand - früher eine Domäne von Siemens - kommt Dell mittlerweile zum Zug. Von Hammerstein musste denn auch zugeben, dass das Geschäft hier zu Lande zurückgeht und die Umsätze nur im Ausland steigen. Immerhin: Der Betriebsgewinn des Computerkonzerns betrug 2 Mill. Euro.

Vom Markt erwartet von Hammerstein zunächst keine Hilfe, denn mit einem schnellen Aufschwung rechnet in der IT-Branche momentan niemand. Wenn es gut laufe, werde 2003 eine leichte Erholung eintreten - so hofft der FSC-Chef. Er geht davon aus, dass er den Umsatz des vergangenen Geschäftsjahrs von 5,4 Mrd. Euro zumindest halten kann. Von einem Minus von 3 % bis zu einem Plus von 2 % sei alles möglich, schätzt von Hammerstein. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2000/2001 nahm FSC noch 5,9 Mrd. Euro ein.

Operativ werde das Münchener Unternehmen mit offiziellem Firmensitz in Holland in jedem Fall ein positives Ergebnis erzielen. Wegen der Kosten für den Personalabbau werde der Gewinn aber sinken.

Weitere Entlassungen stünden derzeit nicht an, nachdem im laufenden Jahr bereits 300 Leute gehen mussten. Um die Kosten zu drücken und Arbeitsplätze zu erhalten, hat FSC seit diesem Sommer die Wochenarbeitszeit seiner Beschäftigten um zwei Stunden pro Woche gesenkt. Führungskräfte müssen auf Urlaub und einen wesentlichen Teil ihrer Bezüge verzichten.

Ähnliche Strategien, um einen Stellenabbau zu vermeiden, verfolgt auch der IT-Dienstleister Siemens Business Services und der deutsche Ableger des amerikanischen Software-Konzerns Oracle. Die IG Metall hat die Zugeständnisse der Mitarbeiter heftig kritisiert und beklagt, dass Beschäftigungszusagen der Arbeitgeber ausgeblieben sind. Die Sparmaßnahmen bei FSC laufen Ende des Jahres aus und werden vorerst nicht verlängert, weil die Kostenziele mit dem Personalabbau erreicht worden seien, sagte von Hammerstein. Derzeit stehen 7 600 Mitarbeiter bei FSC auf den Lohnlisten.

In dem Gemeinschaftsunternehmen haben Fujitsu und Siemens seit Herbst 1999 ihr europäisches Computergeschäft gebündelt. Vergangenes Geschäftsjahr (31. März) erwirtschaftete das Unternehmen mit einem Vorsteuergewinn von 29 Mill. Euro zum ersten Mal schwarze Zahlen.

Anfang der Woche kündigten Fujitsu und Siemens an, dass die Japaner künftig Personalcomputer von FSC weltweit vermarkten werden. Bislang hatten die Asiaten außerhalb Europas ihre eigenen PC vertrieben. In anderen Bereichen vertreibt Fujitsu die FSC-Produkte schon länger. Übernahmen oder Fusionen seien nicht geplant, heißt es bei FSC. Vielmehr gehe es darum, global agierenden Kunden weltweit die gleichen Produkte anbieten zu können.

Quelle: Handelsblatt

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