Umsatz des Computerbauers stagniert – Erstmals Verlustzone verlassen
Fujitsu Siemens verfehlt die eigenen Ziele

Deutschlands größter Computerhersteller spürt die Kaufzurückhaltung: Statt der geplanten 6,6 Mrd. Euro wird das Joint Venture von Siemens und Fujitsu im laufenden Geschäftsjahr nur noch 5,9 Mrd. einnehmen.

jojo HB AUGSBURG. Der verbale Schlagabtausch zwischen Fujitsu Siemens Computers BV (FSC) und dem US-Konzern Dell eskaliert. "Dell ist Texaner und hat schon deshalb ein großes Maul", konterte gestern Paul Stodden, Chef von Fujitsu Siemens, bei einer Firmenpräsentation in Augsburg. Zuvor hatte Michael Dell in einem Interview gesagt, FSC stehe kurz vor dem Aus. Siemens vernichte mit dem Joint Venture Werte, verliere Geld und Marktanteile, tönte Dell.

Von einer Pleite des vor zwei Jahren gegründeten Gemeinschaftsunternehmens von type="organisation" value="JP3818000006">Fujitsu und Siemens könne keine Rede sein, betonte der frühere Siemens-Manager. Die Zahlen stützen Stodden: In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres, also von April bis September, erzielte das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von 3 Mill. Euro bei einem Umsatz von 2,5 Mrd. Euro. Im selben Zeitraum des Vorjahres lag die Firma noch mit 109 Mill. Euro in den roten Zahlen. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr des vergangenen Geschäftsjahres ist der Gewinn freilich drastisch zurück gegangen: Damals verbuchte Fujitsu Siemens einen Vorsteuergewinn von 38 Mill. Euro.

Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Stodden jetzt einen Profit von 30 Mill. Euro und einen Umsatz auf dem Vorjahresniveau von 5,9 Mrd. Euro. Das sind 700 Mill. Euro weniger als geplant. "Wir bewegen uns trotzdem gegen den Trend", verteidigte Stodden die geänderten Vorgaben. In der Tat: Große Wettbewerber wie die US-Computerbauer Compaq und Hewlett Packard mussten zuletzt empfindliche Verluste hinnehmen und haben sich deshalb zu einer Fusion durchgerungen.

Fujitsu Siemens ist die Nummer eins auf dem Computer-Markt in Deutschland und die Nummer drei in Europa. In den vergangenen Monaten hat Dell dem deutsch-japanischen Unternehmen aber Marktanteile abgenommen. Der Deutschland-Chef von Dell, Mathias Schädel, kündigte jüngst im Gespräch mit dem Handelsblatt an, vor allem bei Mittelstandskunden anzugreifen. Damit attackiert Dell Fujitsu Siemens auf einem Gebiet, das auch Stodden als zentral betrachtet. Auch Compaq, bislang die Nummer zwei in Deutschland, gibt sich kämpferisch. Trotz der bereits angekündigten Fusion mit Hewlett-Packard rief Deutschland-Chef Peter Mark Droste seine Mitarbeiter kürzlich in einem Brief auf, sich weiter stark zu engagieren. Compaq will wie Fujitsu Siemens vor allem im margenstarken Service-Geschäft wachsen.

"Wir haben Erfahrung mit Mergern", trat Droste im Gespräch mit dem Handelsblatt den Hoffnungen von Dell und Fujitsu Siemens entgegen, durch die Fusion Compaq und Hewlett-Packard Marktanteile abjagen zu können.

Momentan richtet sich alle Hoffnung der Computer-Branche auf die letzten Monate dieses Jahres, die traditionell umsatzstärkste Zeit. "Wir sehen positive Anzeichen", äußerte sich Stodden verhalten zuversichtlich. "Ich bin noch leicht optimistisch, dass das vierte Quartal besser als das dritte wird", ist auch Compaq-Manager Droste gedämpft optimistisch. Hier zu Lande ist der PC-Absatz im Sommer eingebrochen, die Preise sind seit Monaten im Keller. Weil die Lager der Händler lange voll waren, stürzten die Preise in den Keller. Durch zahllose Unternehmenspleiten sind auch die Server-Preise extrem niedrig, da viele Firmen ihre gebrauchten Großrechner momentan zu Schleuderpreisen verhökern.

Dennoch will Fujitsu Siemens im laufenden Geschäftsjahr 800 neue Stellen schaffen. 400 Mitarbeiter seien bereits eingestellt, berichtete Stodden. Insgesamt beschäftigt die Firma derzeit rund 7 000 Leute und betreibt Werke in Augsburg, Paderborn und Sömmerda. Mehr als die Hälfte des Umsatzes stammt aus Deutschland.

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