Umsatz durch DHL-Übernahme gestiegen
Rückstellung torpediert Post-Ergebnis

Der Gewinn der Deutschen Post ist im ersten Halbjahr 2002 stark eingebrochen. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch eine Rückstellung in Höhe von von 850 Millionen Euro für angeblich erhaltene Staatsbeihilfen.

rtr/vwd FRANKFURT. Der Nettogewinn fiel von rund einer Milliarde Euro im Vorjahreszeitraum auf 155 Mill. Euro. Das teilte das Unternehmen m Mittwoch in Bonn mit. Der Überschuss werde fast vollständig durch die Rückstellung in Höhe von 850 Mill. Euro aufgezehrt, die die Post wegen der Entscheidung der Europäischen Kommission gebildet hatte. Die Kommission hatte das Unternehmen vor kurzem aufgefordert, angeblich erhaltene Staatsbeihilfen in Höhe von mehr als 570 Mill. Euro an den Bund zurückzuzahlen.

Trotz des Gewinneinbruchs will die Post erneut eine Dividende zahlen. Man habe eine Verantwortung gegenüber den Aktionären, sagte Finanzvorstand Edgar Ernst am Rande der Halbjahrespressekonferenz. Zu Aussagen über die mögliche Höhe der Ausschüttung sei es aber noch zu früh. Im vergangenen Jahr hatte der Dax-Konzern 0,37 Euro pro Aktie gezahlt nach 0,27 Euro für 2000.

Zumwinkel will Fünf-Punkte-Programm vorstellen

Die Deutsche Post bekräftigte, dass sie gegen den Beschluss der Europäischen Kommission Klage einreichen werde. Als Reaktion auf die Brüsseler Beihilfe-Entscheidung und die von der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post vorgeschriebene Portosenkung werde Vorstandschef Klaus Zumwinkel bei einer Pressekonferenz im Laufe des Tages ein Fünf-Punkte-Programm vorstellen, kündigte der Bonner Konzern zugleich an.

Die Regulierungsbehörde hatte das Unternehmen vor einigen Tagen abschließend aufgefordert, ab Januar 2003 die Preise für bestimmte Produkte und Dienstleistungen zu reduzieren. Danach muss die Post unter anderem erstmals in der Nachkriegszeit das Briefporto senken. Die Post erwartet deshalb Ertragseinbußen bis 2007 in Höhe von etwa 300 Mill. Euro pro Jahr.

Umsatz wächst durch DHL-Übernahme

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) sei um sechs Prozent auf 1,3 Mrd. Euro geschrumpft, teilte die Deutsche Post mit. Der Umsatz dagegen sei hauptsächlich wegen der Übernahme der Mehrheit an dem Logistik-Unternehmen DHL International um rund 15 Prozent auf 19,4 Mrd. Euro gestiegen.

Die Auslandsumsätze sind den Angaben zufolge um über 47 Prozent auf 7,7 Mrd. Euro gewachsen. Der Gewinn je Aktie sank von 0,94 Euro auf 0,14 Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt ein Halbjahresergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) von 1,321 Mrd. Euro (Vorjahreshalbjahr: 1,414) Euro erwartet. Die Post-Aktie gab am Mittwochmorgen in einem schwächeren Gesamtmarkt um rund zwei Prozent auf 10,46 Euro nach.

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