Umsatz fällt
Nortel entschuldigt sich für traumatisches Jahr

Der kanadische Netzwerkausrüster Nortel rechnet nach einem traumatischen Jahr, für das sich Nortel-Chef Frank Dunn bei Mitarbeitern und Aktionären entschuldigte, mit einem weiteren Rückgang der Einnahmen.

Reuters TORONTO. Im ersten Quartal 2001 werde der Umsatz um zehn Prozent fallen, teilte Nortel, einer der größten Telekommunikationsausrüster der Welt, am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Damit enttäuschte die im kanadischen Ontario ansässige Nortel die Analysten, die zumindest mit einem konstanten Umsatz gerechnet hatten. Nortel hatte 2001 seine Belegschaft nahezu halbiert, der Aktienkurs war um 94 % abgestürzt. Im europäischen Handel gaben die Nortel-Aktien am Freitagmorgen um mehr als fünf Prozent nach.

"Mir persönlich tut das, was geschehen ist, sehr leid, und ich bitte Aktionäre und Mitarbeiter um Entschuldigung", sagte Nortel-Chef Frank Dunn in einer Analystenkonferenz. Das Unternehmen hat 2001 41 900 Mitarbeiter entlassen. Derzeit beschäftigt Nortel noch 52 600 Menschen, die angesichts einer Zielgröße von 48 000 ihrer Jobs aber ebenfalls nicht mehr alle sicher sein können. Der Aktienkurs stürzte 2001 auf 4,76 $ von einem Jahreshoch von 87 $ ab. 2002 erholte er sich etwas. Im nachbörslichen Handel am Donnerstag in New York gaben die Nortel-Aktien weiter um rund 3,7 % auf 7,45 $ nach. In Frankfurt fiel der Kurs um 6,5 % auf 8,27 Euro.

Auswirkungen des Wirtschaftsabschwungs

Noch immer drücke der Wirtschaftsabschwung auf die Ausgaben der Telekommunikationsunternehmen, teilte Nortel mit. "Wir erwarten derzeit, dass unsere Umsätze im ersten Quartal 2002 ungefähr zehn Prozent unter denen des vierten Quartals 2001 liegen werden", sagte Dunn. Im vierten Quartal 2002 will Dunn in die Gewinnzone zurückkehren.

Im vierten Quartal brach der Umsatz im Jahresvergleich um rund 60 % auf 3,46 Mrd. $ ein, wie Nortel weiter mitteilte. Den Proforma-Verlust bezifferte Nortel mit 506 Mill. $ oder 16 Cent je Aktie nach einem Gewinn von 830 Mill. $ (26 Cent je Aktie) im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Mittel einen Verlust von 17 Cent erwartet. Unter Einrechnung von Restrukturierungskosten und Zukäufen belief sich der Nettoverlust den Angaben zufolge auf 1,8 Mrd. $ oder 57 Cent je Aktie.

Analysten zeigten sich enttäuscht. Damit würden die Umsätze im ersten Quartal sechs Prozent unter ihren Vorhersagen von durchschnittlich 3,3 Mrd. $ liegen. "Es sah von der Restrukturierung her nach einem guten Quartal aus. Ich bin schockiert über das anvisierte Minus von zehn Prozent", sagte Ariane Mahler, Analystin bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Mahler führte die Prognose auf Nortels Probleme in China zurück. Chris Umiastowski, Analyst von Yorkton Securities, maß der Umsatzprognose angesichts der Bilanzstärken dagegen weniger Bedeutung bei und rechnete mit einem Anstieg im Aktienkurs.

Für das Gesamtjahr 2001 nannte Nortel per 31. Dezember einen Umsatzrückgang um fast 39 % auf 17,1 Mrd. $ (Vorjahr: 27,9 Mrd. $). Der Gesamtverlust stieg den Angaben zufolge um fast das Achtfache auf 27,3 Mrd. $ oder 8,56 $ je Aktie nach 3,5 Mrd. $ (1,17 $ je Aktie) im Jahr 2000.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%