Umsatz gesteigert, Betriebsgewinn geschwächt
Konkurrenzdruck macht Swisscom zu schaffen

Obwohl das Unternehmen mehr Kunden gewinnen konnte, sorgten niedrigere Tarife für einen schwächeren Betriebsgewinn.

rtr/dpa ZÜRICH. Margendruck hat auch im Jahr 2000 das Geschäftsergebnis des Schweizer Telekomkonzerns Swisscom belastet. Zwar konnte das Unternehmen dank der Konsolidierung von Debitel den Umsatz um 27,5 % auf 14,1 Mrd. sfr steigern und den Reingewinn aufgrund von Verkäufen von Beteiligungen um 32,2 % auf 3,2 Mrd. sfr erhöhen. Der Betriebsgewinn (Ebit) schwächte sich allerdings um 26,2 % auf 1,8 Mrd. sfr ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Auch im Jahr 2000 dürfte der Margendruck anhalten. Bei einem leichten Umsatzanstieg rechnet der ehemalige Monopolbetrieb mit einem deutlich tieferen Betriebsgewinn. Der Reingewinn dürfte wegen ausserordentlicher Posten wieder steigen.

Vor allem im Fixnetzbereich entwickelte sich das Geschäft schwach. Der Umsatz sank um 18,6 % auf 4,042 Mill. sfr. Der Konkurrenzdruck dürfte auch 2001 stark bleiben, hiess es. Im Mobilfunkbereich konnte zwar der Kundenstamm um 886 000 auf 3,2 Mill. erhöht werden. Damit konnte die Marktpenetration auf 64 % auf 42 % gesteigert werden. Aber angesichts der Tarifreduktionen fiel der Durchschnitts-Umsatz pro Kunden um 12,2 % auf 72 sfr. Der Ebit der MobilCom-Sparte fiel um 7,6 % auf 1,192 Mill. sfr. Die Marge schwächte sich auf 34,8 % von 45,3 % ab. Besser lief das Geschäft im Internet- und ISDN- Bereich, hiess es. Der Internet-Anbieter Bluewin konnte die Kundenzahl um 79,2 % auf 550 000 erhöhen. Die Verluste in diesem Bereich betrugen 60 Mill. sfr. Im Bereich Carrier Services sprang der Umsatz dank der steigenden Zahl von Telekomunternehmen die internationale Verbindungen nachfragten um 56,8 % auf 1,1 Mrd. sfr.

Umsatz bei Debitel gestiegen

Bei der Swisscom-Tochter Debitel stieg der Umsatz um 26,3 % auf 3,9 Mrd. sfr. Die Kundenzahl stieg insgesamt um 83 % auf 8,6 Mill. In Deutschland konnte der Kundenstamm auf 6 Mill. verdoppelt werden. Vor Goodwill-Abschreibungen konnte Debitel den operativen Gewinn auf Jahresbasis um 13,4 % auf 127 Mill. sfr steigern. Der Ebit vor Steuern sank um 7 % auf 67 Mill. Euro.

Angesichts des Verkaufs der Unisource- und Cablecom Beteiligung, für die Swisscom insgesamt 1,8 Mrd. sfr erhielt, konnte die Gruppe ihre Schulden auf 2,9 Mrd. sfr von 3,4 Mrd. sfr reduzieren. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich damit um 6,9 Prozentpunkte auf 38,9 %. Mit den Erlösen will Swisscom weiter in ihr eigenes Netz investieren. Vor allem solle das Fixnetz breitbandtauglich gemacht werden, hiess es.

Zudem will die Gruppe die Ausschüttung an die Aktionäre für das Jahr 2000 auf 19 sfr von 15 sfr erhöhen. Neben der eigentlichen Dividende von 11 sfr will die Gruppe eine Kapitalrückzahlung von 8 sfr pro Aktie vornehmen und damit das Aktienkapital auf 1250,35 Mill. Aktien.

2002 mehr als 1 Mrd. für UMTS geplant

Die Investitionen seien mit 1,45 Mrd. sfr stabil geblieben, teilte Swisscom weiter mit. Der Schwerpunkt bei der Mobilkommunikation habe beim Ausbau des GSM-Netzes und der Vorbereitung der GPRS-Datendienste gelegen. In den nächsten Jahren seien für das UMTS-Netz Investitionen von mehr als 1 Mrd. sfr geplant. Im Festnetz konzentrierten sich die Investitionen zunehmend auf das Breitband-Netz.

Für das laufende Jahr sieht die Gruppe bei anhaltendem Margenzerfall einen leichten Umsatzanstieg. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, dürften mögliche Übernahme das Wachstum der Gruppe stimulieren. In den kommenden Jahren will das Unternehmen die Ebitda-Marge auf 22 bis 25 % stabilisieren. Der Reingewinn dürfte 2001 wegen des Verkaufs einer Mobilfunkbeteiligung an die britische Vodafone für insgesamt rund 4 Mrd. weiter steigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%