Umsatz nach neun Monaten um 294 Prozent gestiegen
Ision erwartet 2001 profitables Wachstum

Die am Neuen Markt der Frankfurter Börse notierte Ision Internet AG erwartet nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Alexander Falk im nächsten Jahr einen Umsatzsprung bei gleichzeitig deutlicher Profitabiliät. In den ersten neun Monaten 2000 kletterte indes der Umsatz um 294 Prozent auf 30,15 Millionen Euro. Der Verlust stieg gleichzeitig von 11,9 auf 24,1 Mill. Euro.

Reuters HAMBURG. Der Kernbereich der Verwaltung von Websites werde bei "sehr hoher Marge" deutlich zulegen, sagte Falk in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Hamburg. Als Umsatzziel für 2001 nannte Falk 170 Mill. Euro, nachdem für das auslaufende Geschäftsjahr ein Umsatz von 98,5 Mill. Euro erwartet werde. Die Gewinnschwelle solle wie geplant im zweiten Quartal 2001 überschritten werden.

Beim Börsengang im Frühjahr hatte sich Ision nach Falks Worten für 2000 ein Umsatzziel von 70 Mill. Euro ohne Zukäufe gesetzt. Einschließlich Akquisitionen sollte der Umsatz auf 102 Mill. Euro zunehmen. Dass dieses Ziel nun voraussichtlich nicht erreicht werde, erklärte Falk damit, dass wegen einer anderen Schwerpunktsetzung weniger Unternehmenszukäufe getätigt worden seien.



Starkes Wachstum im Kernbereich erwartet

"Wir erwarten im nächsten Jahr einen sehr starken Umsatzanstieg in unseren Kernbereich mit sehr hoher Marge und einen relativen Rückgang der beiden margenschwachen Sektoren Backbone und Services", sagte Falk. Er begründete das ertragsreiche Wachstum mit der im Zuge der Umstrukturierung verringerten Kostenbasis von Ision und einem erwarteten Anstieg der Internetnutzung. "Wenn Sie ein Drittel des deutschen Internetinhalts verwalten, die Internetnutzung gleichzeitig immer weiter zunimmt und auch immer komplexere Inhalte wie Videostreams oder Grafiken abgefragt werden, steigt natürlich unser Einkommen. Wir verdienen proportional zu den Megabytes oder Terrabytes, die im Internet abgefragt werden."

Nach Falks Worten ist die Neustrukturierung der deutschen Distefora-Tochter Ision inzwischen zu 80 % abgeschlossen. Dabei seien Verlustquellen gestopft worden. "Wir haben zum Beispiel im Bereich Access/Backbone verlustbringende Leitungen gekappt. Wir haben ganze Produktgruppen gestrichen, die keinen positiven Deckungsbeitrag gebracht haben. Das hat natürlich einiges an Geld gekostet. Das finden Sie in den Neun-Monatszahlen." Dabei sei zugleich aus 23 einzelnen Unternehmen ein integrierter Konzern geformt worden. Die Kosten der Restrukturierung bezifferte Falk auf 15 bis 17,5 Mill. DM.

Verlust in den ersten neun Monaten 2000 weiter gestiegen

In den ersten neun Monaten erhöhte Ision den Angaben zufolge den Verlust auf 24,1 (Vorjahreszeitraum minus 11,9) Mill. Euro, lag damit Falk zufolge aber über den Erwartungen der Analysten. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 11,16 (minus 7,5) Mill. Euro. Zugleich verbesserte sich der Umsatz um 64 % auf 66,7 Mill. Euro. Der Anteil des Kernsegments Website Management am Gesamtumsatz lag erhöhte sich auf 59 %.

Falk hob hervor, dass die Rohertragsmarge im laufenden Geschäftsjahr von 40 % im ersten Quartal auf über 47 % im zweiten Quartal und schließlich auf 50 % im dritten Quartal zugenommen habe. Für die gesamte Periode der ersten neun Monate liege diese Kennziffer bei 47 % gegenüber 38 % im Vorjahreszeitraum. Damit habe sich Ision an der Spitze der Branche gesetzt, sagte Falk

Ision betreibt den Angaben zufolge zurzeit in Europa zwölf Rechenzentren mit 734 Servern. Das Datenmanagement erfolgt aus Hamburg. Im 4. Quartal sollen weitere 150 Server aufgestellt werden. Insgesamt werden Falks Worten zurzeit knapp 800 Sites für Großkunden wie Fokus-Online, Spiegel-Online, Bertelsmann Music Group und MTV verwaltet.

Der Aktienkurs lag am Vormittag im Xetra-Handel bei 43 Euro, fast 8 % niedriger als am Vortag. Das Jahrestief betrug rund 30 Euro, das Hoch 129 Euro.

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