Umsatz rückläufig
Enel mit höherem Nettogewinn

Der größte italienische Stromversorger Enel hat in seiner Halbjahresbilanz einen deutlichen Anstieg des Nettogewinns verbucht.

dpa/vwd ROM. Bei Brutto-Gewinn und Umsatz habe der Konzern jedoch Einbußen hinnehmen müssen, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung der Enel. Der Nettogewinn sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 41 Prozent auf rund 1,37 Milliarden Euro gestiegen. Zu dem positiven Ergebnis hätten vor allem außerordentliche Einnahmen und Steuerentlastungen beigetragen, hieß es.

Der Umsatz sei in den ersten sechs Monaten 2002 im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro gesunken. Für den Rückgang seien geringere Einnahmen aus der Stromerzeugung verantwortlich, die teilweise durch höhere Einnahmen im Telekommunikationsgeschäft und in internationalen Aktivitäten kompensiert würden. Der Brutto-Gewinn ging den Angaben zufolge von 1,99 Milliarden Euro auf 1,45 Milliarden Euro zurück.

Zugleich schloss der neue Enel-Chef Paolo Scaroni, der im Mai die Nachfolge von Franco Tatò angetreten hatte, eine Expansion ins Ausland nicht aus: "Wir wollen im Ausland weiter wachsen, aber nur, wenn die Möglichkeiten strategisch sinnvoll und wirtschaftlich attraktiv sind", sagte er.

Enel schreibt für Wind-Konsortium 1,5 Mrd. Euro ab

Enel hat im ersten Halbjahr dieses Jahres 1,5 Mrd. Euro für ihre Beteiligung an der Wind SpA abgeschrieben. Enel hält 74,6 Prozent an dem Telefonnetzbetreiber. Die Investition habe sehr unter dem Einbruch des Aktienmarktes gelitten, sagte Enel-CEO Paolo Scaroni am Donnerstag bei der Veröffentlichung der Halbjahrsergebnisse. Dennoch werde Enel ihre Beteiligung an Wind voraussichtlich nicht vor 2004 verringern, erklärte Scaroni. Wie der CEO weiter mitteilte, wird Enel sich künftig auf ihr Kerngeschäft Energie konzentrieren und in Europa expandieren.

Enel will in Mittel- und Osteuropa expandieren

Enel will in Mittel- und Osteuropa expandieren. Auch eine Expansion in Spanien käme in Betracht, weil Enel dort schon den Stromerzeuger Viesgo besitze, sagte der CEO des Energieversorgers, Paolo Scaroni, am Donnerstag. Damit will Enel den Verlust von Marktanteilen in Italien ausgleichen. Das Unternehmen war aus wettbewerbsrechtlichen Gründen gezwungen, einen Teil seiner italienischen Kapazitäten zur Stromerzeugung zu verkaufen. Bei einer möglichen Expansion werde jedoch eine konservative Strategie verfolgt, erklärte Scaroni.

Enel will Abhängigkeit von Öl- und Gaspreis verringern

Enel will ihre Abhängigkeit von den Schwankungen der Öl- und Gaspreise verringern. Künftig werde Enel bei der Energieerzeugung verstärkt auf Kohle, Wasserkraft und Kraft-Wärme-Kopplung setzen, sagte der CEO des Versorgungsunternehmens, Paolo Scaroni, am Donnerstag. Der Anteil der damit erzeugten Energie solle bis 2007 auf 76 Prozent von derzeit 53 Prozent steigen. Die Abhängigkeit von Öl- und Gaspreisen solle im selben Zeitraum auf 24 Prozent von 47 Prozent zurückgehen. Auf diese Weise könnten die Produktionskosten gesenkt werden, sagte Scaroni.

Wie der CEO weiter sagte, will er an der bisherigen Dividendenpolitik von Enel festhalten. Enel werde auch weiterhin einen beträchtlichen Cash-Flow erzielen, prognostizierte er.

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