Umsatz stabil geblieben
Grüner Punkt prüft Müllverbrennung

Das Duale System Deutschland (DSD) stellt sein Verwertungskonzept auf den Prüfstand und schließt nicht aus, künftig einen Teil der Verpackungen zu verbrennen.

Reuters KÖLN. Das Duale System müsse in vielen Punkten einen Kurswechsel vollziehen, sagte der neue DSD-Vorstandschef Hans-Peter Repnik am Dienstagabend bei der Bilanzpressekonferenz in Köln. Der Grüne Punkt müsse wettbewerbsfähiger, transparenter und kommunikativer werden.

"Wir sind als gemeinwohlorientiertes Unternehmen gehalten, alle Möglichkeiten zu prüfen, um die Verpackungsordnung möglichst effizient umzusetzen", sagte Repnik. Die getrennte Müllsammlung bleibe zwar der Pfeiler des Grünen Punkts, es gebe aber zum Teil Probleme bei der Mülltrennung. "In solchen Fällen kommt die energetische Verwertung dort in Betracht, wo sie bereits heute gesetzlich zulässig ist."

Für Druck zu Veränderungen beim DSD sorgt das seit dem 1. Januar geltende Dosenpfand. Dadurch würden mit den PET-Flaschen die lukrativsten Wertstoffe aus der Verwertungskette des Grünen Punktes herausfallen, sagte Repnik. Insgesamt sei mit Einnahmeverlusten von mindestens 310 Millionen Euro pro Jahr zu rechnen. Sollte die Verpackungsverordnung wie bislang geplant kommen, sei mit Ausfällen von jährlich 370 bis 380 Millionen Euro zu rechnen.

Zum Streit mit dem Bundeskartellamt, das dem DSD im vergangenen Sommer gedroht, ihre bisherige Duldung des DSD-Nachfragemonopols zu widerrufen, falls sich der Grüne Punkt nicht für Wettbewerber öffne, sagte Repnik: "Wir sind von einer ursprünglich konfrontativen Phase in einen konstruktiven Dialog mit dem Kartellamt getreten." Der Gesetzgeber sei aufgefordert, den Konflikt zwischen Umwelt- und Wettbewerbsrecht zu lösen. Bis dahin sei das DSD zu Kompromissen bereit, die aber nicht seine Existenz gefährden dürften. Als Reaktion auf die Vorwürfe des Kartellamts sind die Entsorger nicht mehr im Aufsichtsrat des DSD vertreten. Die grundlegenden Einwände der Kartellwächter wurden damit aber nicht aus dem Weg geräumt.

Der Umsatz des DSD blieb im Jahr 2002 mit 1,874 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr stabil. Mittlerweile sind in Deutschland knapp 19 000 Unternehmen Lizenznehmer des Grünen Punktes. Die Gesellschaft darf laut Satzung keinen Gewinn erzielen und muss Überschüsse an die Lizenznehmer zurückerstatten. Diese Rückzahlungen beliefen sich 2002 auf 87 Mill. Euro. Die vom Dualen System erfasste Müllmenge blieb 2002 mit 5,5 Mill. Tonnen unverändert. Die Entsorgungskosten sanken geringfügig um 1,5 % auf 1,821 Mrd. Euro.

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