Umsatz stagniert: Intershop wieder mit schwarzen Zahlen

Umsatz stagniert
Intershop wieder mit schwarzen Zahlen

Der harte Sparkurs beim angeschlagenen Jenaer Software-Hersteller Intershop zeigt Wirkung. Nach einem schwierigen Sanierungsjahr mit Stellenabbau schaffte das einstige Aushängeschild der ostdeutschen Internetwirtschaft im letzten Quartal 2002 den Sprung aus den roten Zahlen. "Trotz weiterhin ungünstiger Marktsituation haben wir damit unser wichtigstes Ziel erreicht", sagte Vorstandschef Stephan Schambach am Freitag bei der Vorlage der Zahlen. Die Börse in Frankfurt reagierte mit einem Kursaufschlag von fünf Prozent auf 2,78 ?.

HB/dpa JENA. Angesichts der Investitionszurückhaltung von Großunternehmen will der Vorstand weiter an der Kostenschraube drehen. "Die Kosten haben wir selbst in der Hand. Den Markt nur bedingt", sagte Finanzvorstand Jürgen Schöttler der dpa. Schöttler sieht Intershop nach dem Sanierungsprogramm und mit neuen Technologien für den Internet-Handel gut aufgestellt. Die Betriebskosten sollen ab zweitem Quartal auf rund 13 Mill. ? sinken. Dadurch werde der Spielraum für Investitionen in Marketing und neue Produkte gesichert. Verbunden damit sei auch ein leichter Personalabbau von derzeit 480 auf 450 Beschäftigte.

Trotz Umsatzeinbußen von 68,6 auf 45,1 Mill. ? konnte der Vorstand den Unternehmensverlust im vergangenen Jahr von 131,8 Mill. auf 27,5 Mill. ? drücken. Gleichzeitig sei der profitablere Umsatz mit Software-Lizenzen von 20,5 Mill. auf 22,5 Mill. ? gestiegen. "Wir haben viel getan. Die Kehrtwende bei den Kosten ist geschafft. Der Verlust wurde von Quartal zu Quartal verringert", sagte Schöttler. Der Konzernumbau kostete allein 2002 etwa einem Drittel der Belegschaft den Arbeitsplatz.

Nach Unternehmensangaben verbesserte sich der Bestand an liquiden Mitteln im vierten Quartal 2002 erstmals nach hohem Geldverbrauch in der Vergangenheit um 2,1 Mill. auf 22,5 Mill. ?. Nach Angaben des Finanzvorstandes laufen weiter Gespräche mit Finanzinvestoren über eine Kapitalerhöhung. Dabei gehe es nicht um die Finanzierung des laufenden Geschäfts. "Aber die Kapitalausstattung ist wichtig, um großen Kunden Vertrauen in die Zukunft von Intershop zu geben."

Im vierten Quartal hatte die Software-Schmiede erstmals seit eineinhalb Jahren beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schwarze Zahlen geschrieben. Der Nettoverlust belief sich auf 1,0 Mill. ? nach 24,7 Mill. ? vor einem Jahr. Umgesetzt wurden 12,0 Mill. ? nach 8,9 Mill. ? im dritten Quartal.

Intershop war Anfang der 90er Jahre von dem heute 32-jährigen Schambach und zwei Partnern in Jena gegründet worden. Mit Wilfried Beeck hatte im vergangenen Jahr einer der Mitgründer das Unternehmen verlassen.

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