Umsatz steigt nur leicht an
MAN bekommt die Abkühlung der Konjunktur zu spüren

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern MAN bekommt die Abkühlung der Konjunktur zu spüren. Beim Gewinn vor Steuern werde in diesem Jahr vor allem wegen der schlechteren Lage bei Nutzfahrzeugen ein Rückgang von etwa 10 % erwartet, teilte die MAN AG (München) am Donnerstag in München mit.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Umsatz solle verglichen mit dem Geschäftsjahr 1999/2000 (30. Juni) wegen des hohen Auftragsbestands aber um 10 % auf 16,5 Mrd. Euro zulegen. Der MAN-Konzern stellt 2001 das Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr um.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz nach zuletzt zweistelligen Wachstumsraten nur noch um 2 % auf rund 3,3 Mrd. Euro. Der Auftragseingang wuchs um 4 % auf 4,2 Mrd. Euro.

Die MAN Gruppe will das Ergebnis je Aktie 2001 trotz des erwarteten Rückgangs beim Vorsteuerergebnis auf dem Wert des letzten vollen Geschäftsjahres 1999/2000 von 2,52 Euro halten. Das Unternehmen begründet diese Prognose damit, dass die Steuerquote und der Anteil Dritter am Ergebnis zurückgingen.

Zudem werde sich in den Kursen niederschlagen, dass weniger Vorzugsaktien im Umlauf seien. Vom 8. Januar bis Ende März hatte MAN im Rahmen des Rückkaufprogramms eigener Aktien 3,8 Mill. Vorzugsaktien erworben. Das sind nach Unternehmensangaben 8,7 % aller Vorzugsaktien und 2,5 % des gesamten Grundkapitals der MAN AG.

Offen für Kooperationen

Wie Vorstandsvorsitzender Rudolf Rupprecht erklärte, sei MAN offen für Kooperationen mit anderen Unternehmen. Außerdem wolle man das Kerngeschäft von MAN stärken. Mittel- und langfristig hätten manche Geschäftsbereiche bessere Chancen durch Partnerschaften, sagte Rupprecht. Im nächsten Jahr böten sich durch die Steuerreform Veränderungen im Portfolio an.

Vor allem aufgrund der Umstellung auf eine neue Fahrzeuggeneration komme es zu einer vorübergehenden Abschwächung des Ergebnisses gegenüber dem sehr guten Jahr 1999/2000. Im Bereich Maschinen- und Anlagenbau geht MAN bei allen Einheiten mit Ausnahme von SMS Demag von einer positiven Entwicklung aus. Aufgrund von temporären Belastungen in der Hütten- und Walzwerktechnik des SMS-Verbundes dürfte sich das Gesamtergebnis des Bereiches leicht reduzieren, hieß es.

Positive Erwartungen

Laut Rupprecht erwartet MAN einen Nachfragerückgang in Europa bei kommerziellen Fahrzeugen von 5 bis 8 %. Trotzdem werde MAN Nutzfahrzeuge seinen Marktanteil ausbauen können. Der kurzfristige Ertragsrückgang bei den Fahrzeugen werde laut Rupprecht bis Ende des Jahres wieder korrigiert sein.

Da 2001 nicht mit Erträgen aus Beteiligungsverkäufen zu rechnen sei, werde das Gesamtergebnis vor Steuern der MAN Gruppe 2001 hinter den Höchstwert von 1999/2000 zurückfallen. Für das Jahr 2002 werde bereits damit gerechnet, wieder an das Ergebnisniveau von 1999/2000 anknüpfen zu können, erklärte das Unternehmen.

MAN-Aktien steigen stärker als der Markt trotz schwächerer Aussichten



Die Aktien der MAN AG konnten nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen im Donnerstagshandel bis 11.30 Uhr um 3,56% auf 27,60 Euro zulegen. Gleichzeitig gewann auch der Deutsche Aktienindex 1,83 % und stand bei 5 700 Zählern.



Zwar sei der Umsatz im ersten Quartal um 2% gestiegen, jedoch werde das Vorsteuerergebnis 2001 etwa 10% niedriger als im Vorjahr ausfallen, teilte das Unternehmen am Morgen mit. Die Zahlen seien von den Anlegern "verhalten positiv" aufgenommen worden, sagte ein Frankfurter Händler. Ein anderer Händler sah den Grund für den Kursanstieg in der bisherigen Unterbewertung des Titels und der allgemeinen Erholung am Gesamtmarkt.

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