Umsatz- und Ergebnisprognose gesenkt
Gauss verdient weniger als erwartet

Der IT-Dienstleister Gauss Interprise AG hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2001 gesenkt und den Abbau weiterer Stellen angekündigt.

Reuters HAMBURG. Es werde nun ein Umsatz von 50 bis 55 Mill. Euro statt der zuvor prognostizierten 65 bis 70 Mill. Euro erwartet, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen am Dienstag mit. Zudem rechnet Gauss den Angaben zufolge nun mit einem Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 20 bis 25 Mill. Euro statt eines negativen Ebitda von 15 bis 20 Mill. Euro. Mit dem Stellenabbau und Vereinbarungen zum Gehaltsverzicht in den USA will Gauss nach eigenen Angaben im vierten Quartal 2001 die Gewinnzone auf Ebitda-Basis erreichen.

Nachdem Gauss seine Mitarbeiterzahl im ersten Quartal auf 520 Beschäftigte von 492 Mitarbeitern Ende 2000 aufgestockt hatte, werde das Unternehmen nun die Zahl bis Ende 2001 auf 400 Mitarbeiter reduzieren, sagte die Sprecherin. Bereits im Juni hatte sich die Gauss Gruppe von 20 Mitarbeitern in den USA und 30 Mitarbeitern in Europa getrennt. Der neuerliche Abbau von 40 Stellen konzentriere sich auf Europa, ergänzte die Sprecherin. In den USA verzichteten alle 150 Gauss-Mitarbeiter für ein halbes Jahr auf ihre Gehälter. Dadurch könnten zehn Prozent der Personalkosten eingespart werden.

Ursprünglich hatte Gauss damit gerechnet, in den USA wegen des gut laufenden Geschäfts bereits im dritten Quartal bei steigenden Umsätzen die Gewinnschwelle auf Ebitda-Basis erreichen zu können, sagte eine Unternehmenssprecherin. Wegen der Anschläge auf New York und Washington und der daraus folgenden Verzögerungen von Aufträgen sei dies nun nicht mehr möglich. Gauss erziele 60 bis 65 % seiner Produktumsätze in den USA. "Für die Unternehmen sind derzeit andere Probleme vorrangig", sagte die Sprecherin. Gauss habe auch einige Kunden in New York, das von den Anschlägen besonders hart getroffen worden war. Gauss rechne aber damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder in IT-Infrastruktur investieren werden. Auch in Europa komme es derzeit wegen der konjunkturellen Lage zu Verzögerungen bei den Verkaufszyklen. "Wir rechnen damit, dass sich die Abkühlung auch noch im ersten Halbjahr 2002 auf den Umsatz auswirken wird", fügte die Sprecherin hinzu. In der Regel verliere Gauss aber keine Kunden.

Umsatzzuwachs erhofft sich Gauss aus der für Oktober geplanten Markteinführung des neuen Enterprise Content Management System VIP Enterprise 8. Mögliche Einnahmen seien in den Prognosen für das laufende Jahr noch nicht berücksichtigt, sagte die Sprecherin. Anfragen für die neue Software gebe es bereits.

Die Gauss-Aktie velror in einem schwächeren Gesamtmarkt zeitweise mehr als zwölf Prozent auf 0,45 Euro.

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