Umsatz und Gewinn gesteigert
AWD ist Nutznießer der Konjunktur-Krise

Der Finanzdienstleister AWD profitiert nach eigener Einschätzung derzeit von der schwachen Konjunktur und der Unsicherheit der Bevölkerung hinsichtlich der Regierungspläne bei Steuern und Abgaben.

Reuters FRANKFURT. "Einerseits sind wir von den schwachen Märkten natürlich betroffen, anderseits sind wir als unabhängiger Berater aber auch der Nutznießer der Situation", sagte AWD-Vorstandschef Carsten Maschmeyer der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Der Beratungsbedarf der privaten Haushalte steige ebenso wie der Bedarf an auf die gegenwärtige Situation zugeschnittenen Produkten. AWD steigerte in den ersten neun Monaten 2002 trotz der schwierigen Lage an den Kapitalmärkten Umsatz und Betriebsgewinn.

Die Akquisitionsphase des hannoverschen Unternehmens sei unterdessen vorerst abgeschlossen, sagte Maschmeyer. Die Auslandsaktivitäten würden vom kommenden Jahr an zwar auf Italien ausgedehnt. AWD werde das Geschäft dort jedoch aus eigener Kraft aufbauen.

"Gerade jetzt suchen unsere Kunden vermehrt Liquiditätszuwachs durch niedrige Beiträge und bessere Renditen", sagte Maschmeyer mit Blick auf die schwachen Kapitalmärkte und die Unwägbarkeiten für die Kundschaft aus den wirtschaftlichen und steuerlichen Regierungsvorhaben. Für das Gesamtjahr 2002 sei AWD daher zuversichtlich, trotz der Marktsituation ein prozentual zweistelliges Wachstum zu erwirtschaften.

Der Umsatz von AWD sei nach neun Monaten um 16,7 Prozent auf 316,4 Millionen Euro gewachsen, teilte das Unternehmen mit. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich binnen Jahresfrist um 19,2 Prozent auf 18 Millionen Euro. Der Ergebnisbeitrag des erst im Sommer übernommenen Hamburger Finanzberaters Tecis sei in den Zahlen noch nicht enthalten. Dieser werde erst im vierten Quartal konsolidiert. Dann werde Tecis einen "deutlich positiven" Ergebnisbeitrag leisten.

Der Anteil das Auslandsgeschäftes an den Umsatzerlösen habe sich auf 42 Prozent vergrößert nach 33 Prozent im gleichen Vorjahreszeitraum, sagte Maschmeyer. AWD ist neben Deutschland auch in Österreich, der Schweiz und Großbritannien aktiv. In Italien werde AWD Anfang 2003 mit zunächst 30 Beratern an den Start gehen. 2004 sei eine Ausweitung des Geschäfts auf Spanien möglich. Aktivitäten in Frankreich seien nicht geplant, da der Markt dort fest in der Hand einheimischer Banken sei.

Italien werde aus eigener Kraft entwickelt, sagte Maschmeyer. AWD habe seine Akquisitionsphase abgeschlossen und sei nun dabei, die neuen Gesellschaften zu integrieren.

AWD kündigte zudem ein Programm zur Kostensenkung und zur Prozessoptimierung an. In der Akquisitionsphase der vergangenen Jahre seien viele Funktionen herangewachsen, die nicht zum Kerngeschäft gehörten. "Die schneiden wir jetzt raus", sagte Maschmeyer. Über die geplanten Einsparpotenziale und über einen möglichen Stellenabbau wollte sich der AWD-Chef nicht äußern. Die Aktie von AWD notierte am Mittag mit einem Prozent leicht im Minus bei 14,80 Euro.

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