Umsatz und Gewinn gesteigert
Beate Uhse fokussiert Sex

Der Erotikartikel-Anbieter Beate Uhse will im laufenden Geschäftsjahr deutlich wachsen, nachdem die Firma im Jahr 2001 einen deutlichen Rückgang sowohl beim Betriebsergebnis wie auch beim Überschuss verzeichnet hat und keine Dividende ausschütten will.

Reuters FRANKFURT/M. Der Umsatz werde 2002 voraussichtlich auf 250 Millionen Euro und das Betriebsergebnis (Ebit) auf 19,5 Millionen Euro ansteigen, sagte am Dienstag in Hamburg der Vorstandssprecher des im MDax notierten Konzerns, Otto Christian Lindemann. "Das wird allerdings nicht ganz einfach."

Betriebsergebnis 2001 deutlich gesunken

Im vergangenen Jahr habe die Firma ihren Umsatz auf 222,8 Millionen Euro nach 163,5 Millionen Euro im Jahr 2000 erhöht, sagte Lindemann. Das Ebit sei jedoch auf 10,6 Millionen Euro nach 13,9 Millionen Euro im Vorjahr gesunken. Als wichtigste Ursache für den Rückgang nannte Lindemann Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen in den Bereichen Großhandel und Internet. Der Überschuss habe im Jahr 2001 nur noch 2,2 (Vorjahr: 9,6) Millionen Euro betragen. Die Auszahlung einer Dividende ist den Angaben zufolge nicht geplant. Für das Jahr 2000 hatte der Konzern eine Dividende von 0,14 Cent pro Aktie ausgeschüttet.

In den Geschäftsbereichen Versand- Einzel- und Großhandel seien die Umsätze im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf 202 Millionen Euro gesteigert worden, sagte Lindemann weiter. Im Bereich Entertainment, der sich aus Internet, TV und Telefondiensten zusammensetze, seien die Umsätze allerdings deutlich um 13 Prozent auf 19,9 Millionen Euro gesunken.

Erstes Quartal "leicht schlechter"

Das erste Quartal des laufenden Jahres liege im Rahmen der Erwartungen, wobei es "leicht schlechter" ausgefallen sei als im ersten Quartal 2001. Der Grund dafür sei die schlechte Konjunkturlage, die sich erstmals auch bei der Beate Uhse AG bemerkbar mache.

Der Vorstandssprecher kündigte an, dass das Erotikunternehmen voraussichtlich das vierte Quartal des laufenden Jahres erstmals nach internationalen IAS-Regeln bilanzieren werde. Bislang bilanziert der Konzern immer noch nach deutschem HGB-Recht, wodurch die direkten Auswirkungen von Goodwill-Abschreibungen auf der Ertragsseite fehlen.

Im Jahr 2002 wolle die Beate Uhse AG in den schon etablierten europäischen Märkten weiter expandieren und gleichzeitig "neue interessante Länder erschließen". Neben Polen seien insbesondere Skandinavien, England und Italien wichtige Wachstumsmärkte.

Frauen sollen verstärkt als Kunden gewonnen werden

Der europäische Marktführer im Bereich Erotik-Artikel will nach Lindemanns Worten künftig verstärkt auch Frauen ansprechen. Im Versandhandel stellten Frauen schon jetzt über 50 Prozent der Käufer, sagte der Vorstandssprecher. In den Läden betrage der Frauenanteil an der Kundschaft allerdings erst rund zehn Prozent. Das solle zukünftig durch eine "offenere und hellere Gestaltung" der Geschäfte verbessert werden. Insgesamt solle die Marke Beate Uhse "gezielt verjüngt werden und noch klarer fokussiert für Sex stehen".

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