Umsatz und Gewinn gesteigert
Sony setzt auf vernetzte digitale Produkte

Die Sony Deutschland GmbH will sich auf dem schwierigen Markt der Konsumelektronik auf digitale Produkte konzentrieren und diese miteinander vernetzen. Dafür ist der nach eigenen Angaben mit einem Marktanteil von 17,2 % in Deutschland führende Anbieter auch bereit, auf weniger lukrativen Teilmärkten Einbußen hinzunehmen.

gil KÖLN. Leopold Bonengl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Tochtergesellschaft des japanischen Sony - Konzerns, erwartet für das zweite Halbjahr einen weiter schwierigen Markt, der vielleicht nur um einige Prozentpunkte wachsen werde. Die Funkausstellung im August bringe aber Bewegung in den Markt und werde neue digitale Produkte begünstigen. So plant Sony die Markteinführung eines integrierten digitalen Fernsehgeräts.

Für das Geschäftsjahr 2000/01 (zum 31.3.) sieht Bonengl die Strategie Sonys, sich auf profitable Geschäftsfelder zu konzentrieren, voll bestätigt. Während der für Sony relevante Markt lediglich um 4,1 % wuchs, steigerte Sony den Umsatz um 11,4 % auf 2,9 Mrd. DM. Der Jahresüberschuss vor Steuern erhöhte sich von 30,4 auf 32 Mill. DM, obwohl der im Vorjahr noch starke Yen Währungseinbußen von 18 Mill. DM brachte.

Das Wachstum stammt nach Angaben von Bonengl vor allem aus den Bereichen Informationstechnologie und Unterhaltungselektronik. So wuchs das Geschäft mit tragbaren Computern und PC-Monitoren um 68 % auf 540 Mill. DM. Bei Notebooks sieht sich Sony mit einem von 3,3 auf 6 % gesteigerten Marktanteil bereits auf dem sechsten Rang in Deutschland. Die Ausweitung der Produktpalette auf Arbeitsplatzrechner und Taschencomputer soll weitere Marktanteile bringen. Allerdings erwartet Sony für den Notebookmarkt erstmals einen Rückgang. Der Einstieg von Produzenten ohne eigene Marke verursache einen starken Preisdruck. Bei den Arbeitsplatzrechnern sieht Bonengl dagegen die Untergrenze der Preise erreicht.

Der größte Geschäftsbereich der klassischen Unterhaltungselektronik mit 1,6 Mrd. DM Umsatz profitierte von den Erfolgen in der digitalen Fotografie, wo Sony den Marktanteil von 12,8 auf 20,4 % ausbaute. Dagegen rutschte Sony bei Fernsehgeräten von 12,3 auf 10 % ab. Das Unternehmen ist damit hierzulande nur noch viertgrößter Anbieter.

"Wir haben uns für die Profitabilität des Geschäfts entschieden und die Preise erhöht", begründete der Sony-Chef die schwache Position. Durch verbesserte Einstiegsmodelle soll der Marktanteil im laufenden Jahr aber wieder um einen Prozentpunkt steigen. Auch bei Videorekordern und Autoradios habe Sony Marktanteile verloren, arbeite dafür aber mit Gewinn.

Große Hoffnungen setzt Sony auf die Vernetzung der Bereiche Unterhaltungselektronik und Computertechnologie über den von Sony entwickelten Festspeicher "Memory Stick" mit einem Speicher von jetzt 128 Megabit. Er arbeite bereits in über 100 Serienprodukten mit über 150 Lizenzpartnern. Auf der Funkausstellung im August in Berlin sollen noch höhere Speichervolumina präsentiert werden. Auch die Preise würden bereits fallen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%