Umsatz- und Gewinnwachstum
Deutsche Post ist gut in Fahrt

Die Deutsche Post hat im ersten Quartal 2003 trotz der Portosenkungen beim Ertragsbringer Brief Umsatz und Gewinn gesteigert und sieht sich weiter auf gutem Weg zum weltweit führenden Logistikkonzern. Im Gesamtjahr will die Post ein betriebliches Ergebnis von mindestens 2,8 Mrd. ? einfahren. Die "Aktie Gelb" legte deutlich zu.

Reuters DÜSSELDORF. Post-Chef Klaus Zumwinkel erklärte bei der Vorlage der Geschäftsdaten am Mittwoch in Bonn, angesichts guter Zahlen und des erfolgreichen Wertsteigerungs- und Sparprogramms Star sei der Konzern "überzeugter denn je, die weltweit führende Position in der Logistik einnehmen zu können". Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Ebita) sei in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf 951 (906 Mill. ? auf vergleichbarer Vorjahresbasis) gestiegen. Damit lag es über den Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit einem Ebita von 891 Mill. ? gerechnet hatten. Die Post-Aktie stieg in einem schwachen Gesamtmarkt bis zum Mittag um 2,6 % auf 11,49 ?.

Die Post hatte die Vorjahreswerte zur besseren Vergleichbarkeit geändert, da sie den Zinsaufwand auf Pensions- und andere Rückstellungen nun im Finanzergebnis und nicht mehr im Ebita ausweist. Dadurch veränderte sich auch das bereits mehrfach bekräftigte Ergebnisziel für 2005: Nach der neuen Rechnung will die Post dann ein Ebita von mindestens 3,6 Mrd. ? erreichen.

Das Star-Programm habe im Quartal einen Ergebnisbeitrag von 93 Mill. ? geliefert, hieß es weiter. Der Umsatz legte auf 9,773 Mrd. ? von 9,7 Mrd. ? im gleichen Vorjahreszeitraum zu. Analysten hatten hier mit zehn Mrd. ? gerechnet. Der Überschuss kletterte auf 510 (417) Mill. ?, das Ergebnis je Aktie stieg entsprechend von 0,37 ? auf 0,45 ?. "Damit hat der Konzern das erste Quartal des Jahres trotz anhaltender Wirtschaftsschwäche und weltpolitischer Probleme ausgesprochen erfolgreich abgeschlossen", betonte die Post.

Für das Gesamtjahr erwarte die Post keine Verbesserung des angespannten weltwirtschaftlichen Umfelds. Trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen und der Portosenkung rechne der Bonner Konzern 2003 indes mit einem Ebita von mindestens 2,8 Mrd. ? nach 2,969 Mrd. ? im Vorjahr. Die Post erwartet dabei in allen Sparten mit Ausnahme des Bereichs Brief Margensteigerungen im Vergleich zu 2002.

Analysten sprachen von besser als erwarteten Zahlen. So sei etwa das Ebita besser als prognostiziert ausgefallen, teilte Merck Finck mit. Sal. Oppenheim-Analyst Hartmut Moers sagte: "Die Zahlen sind sehr, sehr positiv und liegen deutlich über unseren Erwartungen und dem Konsensus." Zumwinkel liege mit seiner Jahresprognose zudem wohl auf der konservativen Seite: "Beim Ausblick hat sich Zumwinkel Luft gelassen."

In den ersten drei Monaten konnte der Unternehmensbereich Brief trotz der von der Regulierungsbehörde verordneten Portosenkung für die wichtigsten Briefprodukte den Umsatz auf 3,017 (3,005) Mrd. ? steigern. Beim Ergebnis zeigte die Portosenkung indes Wirkung: Das Ebita lag bei 757 (778) Mill. ?. Deutliche Ergebnissteigerungen verbuchte die Post im Unternehmensbereich Express: Hier kletterte das Ebita bei einem auf knapp vier Mrd. ? verbesserten Umsatz um 88,4 % auf 81 Mill. ?.

Eine wichtige Rolle dürften Ausblick und Quartalszahlen auch bei der Bonitätsbewertung des Gelben Riesen durch S&P spielen, die Branchenkreisen zufolge wohl Mitte Mai abgeschlossen werden dürfte. Zumwinkel hatte bereits angekündigt, er gehe von einer Herabstufung aus. "Es geht also ein oder zwei Notches runter", hatte er gesagt. S&P hatte im Februar angekündigt, neben anderen Konzernen auch die Post wegen Unterdeckung ihrer Pensionsverpflichtungen auf die Beobachtungsliste mit negativem Ausblick zu setzen. Eine Absenkung werde vor allem "psychologische Wirkung" für die Post-Aktie zeigen, hatten Analysten gesagt.

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