Umsatz von 50 Milliarden Euro angepeilt
Metro verstärkt Präsenz im Ausland

Metro-Chef Körber will die Internationalisierung des Handelskonzerns beschleunigen. In zwei bis drei Jahren sollen 50 Prozent der Erlöse aus dem Ausland kommen. Den größten Nachholbedarf hat noch die Warenhaustochter Kaufhof. In diesem Jahr strebt die Metro 50 Milliarden Euro Umsatz an.

rv/HB DÜSSELDORF. Im schwachen deutschen Konsummarkt hat sich der Düsseldorfer Metro-Konzern seine eigene Firmenkonjunktur geschaffen. Mit einem Auslandsanteil von 42 % (1999: 39 %) und der Präsenz in 22 Ländern konnte der Handelskonzern die Abhängigkeit vom deutschen Markt deutlich reduzieren. Das machte Vorstandssprecher Hans-Joachim Körber bei Vorlage der Bilanz in Düsseldorf deutlich. Der Abschluss wurde erstmals nach dem internationalen Bilanzierungs-Standard IAS erstellt.

Mit einem Umsatzplus von 7,1 % auf rund 47 Milliarden Euro im Vorjahr konnte die Nummer drei im europäischen Handel - hinter Carrefour und Ahold - die Markterwartungen erfüllen. Das Ergebnis vor Steuern lag mit einem Plus von 10,7 % (auf 754 Millionen Euro) leicht über den Analystenerwartungen. Dagegen blieb das Erlöswachstum im ersten Quartal - plus 5,7 % auf 11 Milliarden Euro - unter den Analystenschätzungen. Das im Handel zu Jahresbeginn traditionell negative Quartalsergebnis von minus 70 Millionen DM konnte um knapp 20% verbessert werden. Nach Bekanntgabe der Zahlen gab die Aktie um 1,5 % nach.

Auf der Grundlage vorsichtiger Schätzungen will das Metro-Management den Umsatz in diesem Jahr erneut um 7 % auf über 50 Milliarden Euro steigern und das Ergebnis je Aktie um 10 % erhöhen.

Derzeit Auslandsanteil bei 42 Prozent

Mit einem Auslandsanteil von 42 % gehört Metro zur Spitzengruppe unter Deutschlands Händlern. Nur der Hamburger Otto Versand ist mit einem Anteil von 55 % internationaler. Im EU-Vergleich kommt die niederländischen Ahold auf schätzungsweise über 60 % Auslandsanteil, die französische Carrefour auf 47 %, die britische Tesco auf 13 %.

Vor allem der wichtigste Umsatz- und Ertragsbringer, die SB-Großhandles-Sparte (Cash&Carry), verdoppelte ihr Internationalisierungstempo im Vorjahr. 31 Großmärkte wurden neu eröffnet, damit erhöhte sich ihr Auslandsanteil auf 75,5 %. Das brachte der Sparte ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 572 (513) Millionen Euro ein. Im laufenden hat Körber erstmals Rußland, Kroatien und Vietnam auf seine Länderliste gesetzt. Insgesamt sind 35 Neueröffnungen geplant. Für die Erschließung Japans holte sich der Metro-Chef die Marubeni-Gruppe als Partner ins Boot. Der Schritt nach Indien ist vorbereitet. Wenn Körber mittelfristig für den Konzern einen Auslandsanteil von 50 % anstrebt, dann wird der SB-Großhandel daran einen maßgeblichen Anteil haben.

Aber auch die Elektronikmarkt-Tochter Media/Saturn, die als Marktführer sogar in Deutschland noch ein flächenbereinigtes Umsatzplus von 9,8 % erzielte, kommt auf ihrem Weg zum europäischen Marktführer gut voran. Im Vorjahr erzielte sie in ihren 314 Märkten in neun Ländern Europas ein Wachstum von 11,2% und erhöhte den Auslandsanteil auf gut 30 %. Mit einem Ergebnis von 266 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen gehört Media/Saturn zu den Ertragsstützen des Konzerns.

Beim Kaufhof hapert die Internationalisierung noch

Bescheiden ist dagegen die Internationalisierung der Warenhaustochter Kaufhof. Mit Übernahme der belgischen Inno (Umsatz 265 Millionen Euro) hat sie 2000 aber den ersten Schritt getan.

Auch im Inland ist die Metro vorangekommen. Die SB-Warenhaustochter Real bewältigte laut Körber die Integration der Allkauf- und Kriegbaum-Märkte und steigerte ihr Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 8,9 % auf 122 Millionen Euro. Dagegen wiesen die Extra-Verbrauchermärkte und die Praktiker-Baumärkte auf Grund der Umstellung des Filialnetzes eine negatives Ebit von 29 Mill. bzw. 40 Millionen Euro aus.

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