Umsatz von Geschäften für Tierbedarf steigt
Wie Tierbesitzer ihre Vierbeiner zu Weihnachten verwöhnen

Wie der Einzelhandel rechnen die Geschäfte für Tierbedarf in den Wochen bis Weihnachten mit einem deutlichen Umsatz-Anstieg.

HB HANNOVER. Auch Kanzler-Gattin Doris Schröder-Köpf kann mit ihren zusammen mit einer Drogeriekette entwickelten Hunde-Accessoires womöglich das Adventsgeschäft beflügeln. Eine Bürgerin kritisiert in einem Leserbrief einen Adventskalender mit dem Konterfei von Kanzler-Hund "Holly". Viele Menschen seien so arm, dass sie keinerlei Geschenke bekämen, schreibt sie. Deshalb seien Adventskalender für Hunde unpassend. Zahlreiche Hunde-Besitzer sehen das jedoch anders: Adventskalender für Tiere gelten seit längerem als Renner in den Geschäften, wie mehrere Filialleiter in Niedersachsen übereinstimmend sagen.

Im Geschenke-Sortiment der verschiedenen anderen Anbieter gibt es Spiel-Mäuse im Weihnachts-Design, Näpfe mit Weihnachtsmann-Motiv und Plätzchen in Form von Tannenbäumen und Sternen. "Die Industrie hat sich einiges an Snacks einfallen lassen, damit die Tiere zu Weihnachten nicht so viel Schokolade bekommen", sagt die Sprecherin des Zentralverbandes der Zoologische Fachbetriebe Deutschlands, Antje Schreiber.

Manche Tier-Liebhaber gingen aber sogar soweit, dass sie ein eigenes Festtags-Menü für ihren Hund kochen. Passende Rezeptbücher gibt es im Handel. Auch Exquisites wie ein Katzen-Körbchen für mehrere hundert Euro oder die bei Tierschützern umstrittenen Hunde- Mäntelchen sind zu haben. "Insgesamt steigt der Umsatz vor Weihnachten zwischen 5 und 10 Prozent, weil viele Menschen auch ihren Tieren was schenken", sagt der Sprecher der deutschen Zentrale der "Fressnapf"-Geschäfte, Axel Henschke.

Tiere lassen sich auch mit einfachen Geschenken begeistern

Der hannoversche Filialleiter Jürgen Niemann setzt zu Weihnachten auf die Großzügigkeit von Haustier-Besitzern. "Ich führe zu Weihnachten anders als sonst auch teurere Modelle von Katzen- Kratzbäumen, die um die 500 Euro kosten", erläutert er. Der Mitarbeiter eines Hunde-Salons in der Region Hannover rechnet dagegen nicht mit einem dicken Weihnachts-Geschäft: "Die wirtschaftliche Zeit ist nicht so, dass die Haustierbesitzer viel ausgeben." Anders als früher gebe es auch kaum noch lange Wartezeiten in Hunde-Salons. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert, Zubehör und Spielzeug für Vierbeiner nicht nur nach den Kriterien "bunt, dekorativ und pflegeleicht" auszusuchen. Spielzeug, das zerlegt und verschluckt werden kann, sei gefährlich, warnt die Sprecherin des Verbandes, Kristina Bergerhausen.

Einfache Geschenke können "Bello und Co" aus ihrer Sicht genauso begeistern wie teures Zubehör. Bergerhausen erinnert sich: "Wenn unser Hund ein Paket in Papier eingepackt bekam, hat er sich riesig gefreut, auch wenn nur ein alter Knochen drin war." Zoo-Tiere bekommen dagegen wohl kaum Weihnachtsgeschenke. Allerdings steht auf dem Speiseplan der Elefanten im hannoverschen Zoo als besonderer Leckerbissen ein Tannenbaum.

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