Umsatz von Oktober bis Juni um 32,9 % erhöht
Preussag wieder mit kräftigem Wachstum - Touristik erholt sich

Die Preussag AG (Hannover) hat sich von einer vorübergehenden Schwäche ihrer Touristik-Sparte erholt.

dpa HANNOVER. Die Preussag AG (Hannover) hat sich von einer vorübergehenden Schwäche ihrer Touristik-Sparte erholt. Infolge eines guten dritten Quartals steigerte Preussag in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1999/2000 (30. September) Umsatz und Gewinn deutlich. Vorstandsvorsitzender Michael Frenzel zeigte sich deshalb am Dienstag bei der Vorlage des Quartalsberichtes überzeugt, das Jahresziel von mehr als 20 Mrd. Euro Gesamtumsatz und einem Betriebsgewinn aller Sparten von deutlich über dem Vorjahresergebnis von 613 Mill. Euro zu erreichen.

Der Umsatz kletterte bis Ende Juni um fast 33 % auf 13,9 Mrd. Euro (27,2 Mrd. DM). Das Betriebsergebnis aller Sparten legte um 19 % auf 366 Mill. Euro zu. In der wichtigsten Konzernsparte, der Touristik, habe der Gewinn allein im dritten Quartal 145 Mill. Euro betragen, deutlich mehr als im gleichen Vorjahresquartal. Auf Grund der Verluste im ersten Halbjahr beträgt das Touristik-Ergebnis für die ersten neun Monate 73 Mill. Euro. Damit liegt diese Sparte allerdings noch immer um 27 Mill. Euro unter dem Vorjahreswert nach neun Monaten.

Die Börse reagierte verhalten auf die Quartalsbilanz. Nach einem zwischenzeitlichen leichten Zuwachs ließ der Aktienkurs des Dax- Unternehmens wieder nach. Am Nachmittag pendelte er sich auf 37,80 Euro ein, 20 Cent weniger als am Vortag.

Die Touristiksparte mit der TUI Group und künftig auch mit der neuen britischen Tochter Thomson Travel werde weiterhin "stärker wachsen als der Markt", meinte Frenzel. Thomson soll bereits im vierten Quartal erstmals in den Preussag-Abschluss einbezogen werden. Die komplette Übernahme von Thomson zum Gesamtpreis von knapp drei Mrd. Euro wird in den nächsten Tagen abgeschlossen sein. Mit Thomson ist Preussag weltgrößter Touristikkonzern mit 17,4 Mill. Kunden pro Jahr.

Die Finanzierung des Kaufpreises will Preussag allerdings überarbeiten. Anfang Oktober werde ein aktualisiertes Konzept vorgelegt, teilte der Vorstand mit. Der Preis soll im wesentlichen weiterhin aus Verkäufen finanziert werde. Preussag müsse aber auf die "veränderten Rahmenbedingungen durch die Beschlüsse zur Steuerreform reagieren". Einzelheiten könnten erst nach der Aufsichtsratssitzung am 5. Oktober genannt werden, sagte eine Preussag-Sprecherin.

Aus kartellrechtlichen Gründen wird Preussag seine 50 %- Beteiligung an der britischen Tochter Thomas Cook verkaufen. Hierzu laufen bereits Verhandlungen mit dem US-Konzern Carlson. Darüber hinaus ist bislang vorgesehen, im kommenden Frühjahr knapp 50 % der Tochter Hapag Lloyd AG an die Börse zu bringen. Außerdem stehen 21 000 Werkswohnungen in Salzgitter und Kiel zum Verkauf.

Da die geplante Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen aber nach neuesten Plänen erst ab 2002 gelten soll, gehen Steuerexperten davon aus, dass der Börsengang von Hapag Lloyd möglicherweise auf 2002 verschoben werden könnte. Darüber hinaus gebe es Klauseln in der Steuerreform, die die Steuerfreiheit auch ausschließen könnten. Eine Kapitalerhöhung für den Thomson-Kauf lehnt Preussag definitiv ab.

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