Umsatz weiter rückläufig
EMI wieder in schwarzen Zahlen

Der britische Musikkonzern EMI hat im abgelaufenen Geschäftshalbjahr nach seinen Sparbemühungen wieder schwarze Zahlen geschrieben. Angesichts der Konjunkturflaute und zunehmender Produkt-Piraterie gingen die Umsätze aber um rund zehn Prozent zurück.

Reuters LONDON. Wie EMI am Dienstag weiter mitteilte, werde wohl das bisherige Ziel verfehlt, den Umsatz im Gesamtjahr auf dem Niveau des Vorjahres zu halten. Stattdessen erwarte der weltweit drittgrößte Musikkonzern einen Rückgang der Einnahmen aus dem Plattengeschäft um sechs Prozent. Insgesamt rechnet EMI, die unter anderem die Rolling Stones und Pop-Star Robbie Williams unter Vertrag hat, für die Branche mit Umsatzeinbußen von mindestens fünf Prozent. EMI-Aktien gaben am Dienstag an der Londoner Börse zeitweise kräftig nach.

Der bereinigte Vorsteuergewinn habe in den sechs Monaten bis Ende September 42,2 Millionen Pfund (rund 66 Millionen Euro) betragen, teilte EMI mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Verlust von zwei Millionen Pfund verbucht. Analysten hatten einen Gewinn zwischen 45,8 Millionen und 50 Millionen Pfund erwartet. Der konzernweite Umsatz ging den Angaben zufolge um zehn Prozent auf 961,5 Millionen Pfund zurück. Dabei habe das Plattengeschäft sogar mehr als zwölf Prozent nachgegeben.

Die gesamte Musikbranche leidet seit längerem unter der hohen Zahl von Raubkopien, der Konjunkturschwäche und dem starken Wettbewerb. Insgesamt brachen die Umsätze nach Angaben des Branchenverbandes IFPI in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um mehr als neun Prozent ein. EMI hatte im Laufe des Jahres grundlegend umstrukturiert und 1800 Stellen gestrichen. Insgesamt 400 Verträge mit zweitklassigen Stars fielen dem Rotstift zum Opfer.

Für das Gesamtjahr geht EMI entgegen der bisherigen Einschätzung von sinkenden Umsätzen aus. "Die Marktschwäche wird nun dazu führen, dass der Umsatz im Gesamtjahr im Plattengeschäft unter das Niveau des Vorjahres sinken wird", sagte EMI-Chairman Eric Nicoli. Dennoch werde auf allen Ebenen eine bessere Wirtschaftlichkeit erwartet. Nach Angaben von Alain Levy, den der Konzern im vergangenen Jahr für eine umfassende Umstrukturierung ins Boot holte, könnte die angestrebte Gewinnmarge von neun Prozent im Plattengeschäft erreicht werden. Derzeit liegt diese Kennzahl bei 4,6 Prozent.

Er habe aber nicht mit einem so starken Umsatzeinbruch der Musikbranche gerechnet, fügte Levy hinzu. Bis Ende März werde die Branche wohl mehr als fünf Prozent weniger umsetzen. An der Londoner Börse sank der EMI-Aktienkurs in einem kaum veränderten Marktumfeld um 2,44 Prozent auf 179,75 Pence, nachdem er zeitweise mehr als zehn Prozent gefallen war.

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