Umsatzeinbruch
Möbelbranche setzt auf Export

Die deutsche Möbelindustrie hat angesichts der Konsumschwäche in Deutschland in den ersten neun Monaten 2002 einen Umsatzeinbruch verzeichnet. Zuwächse hat es nach Verbandsangaben vom Donnerstag nur beim Export gegeben. Der Verband übte heftige Kritik an der Bundesregierung.

Reuters DÜSSELDORF. Der Umsatz der Branche sei in den ersten neun Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,8 % auf 15,0 Mrd. Euro eingebrochen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, Dirk-Uwe Klaas, laut Redetext bei einer Veranstaltung zur Möbelmesse imm cologne 2003 in Köln. "Somit fehlt bereits jetzt der Umsatz eines ganzen Monats", bilanzierte Klaas. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum habe die Branche noch 16,6 Mrd. Euro umgesetzt. Im Gesamtjahr werde der Umsatz um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen.

Auch die Zahl der Beschäftigten sei um 5,7 % auf knapp 150 000 Menschen zurückgegangen, sagte Klaas weiter laut Redetext. Dies entspreche einem Verlust von 9 000 Arbeitsplätzen. In dem "insgesamt düsteren Umfeld" habe sich aber immerhin der Export deutscher Möbel behaupten können. Dieser habe im Halbjahr um 0,9 % auf Waren im Wert von 2,4 Mrd. Euro zugelegt. Der Export biete für die Zukunft ein starkes Entwicklungspotenzial. Insgesamt hoffe die Branche, 2003 das "Tal der Tränen" verlassen zu können.

Klaas übte zugleich scharfe Kritik an der Bundesregierung, von der sich die Branche "im Stich gelassen" fühle. Die Regierung müsse verlässliche und ökonomisch sinnvolle Rahmenbedingungen schaffen "anstatt jede Woche eine neue 'Steuersau' durchs Dorf zu treiben", ergänzte er. "Das, was (Bundeskanzler Gerhard) Schröder und (Bundesfinanzminister Hans) Eichel allzu durchsichtig als Sparpaket und Subventionsabbau verkaufen, schnürt den Unternehmen die letzte Luft zum Atmen ab und setzt zudem das fatale psychologische Signal, dass in Zukunft alles teuerer, komplizierter und bürokratischer wird", betonte Klaas.

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