Umsatzplus im ersten Halbjahr
Thiel Logistik bekräftigt korrigierte Ziele

Der Logistikdienstleister Thiel Logistik AG hat seine im Juli drastisch reduzierten Ziele für das Jahr 2002 bekräftigt. Es werde weiterhin ein operatives Ergebnis (Ebit) von 25 Millionen Euro und ein Umsatz von 1,45 Milliarden Euro erwartet, teilte das im Auswahlindex Nemax-50 gelistete Unternehmen am Donnerstag mit.

Reuters FRANKFURT/M. "Wir betrachten 2002 als ein Ausnahmejahr," sagte Thiel-Chef Günter Thiel in Frankfurt. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete Thiel trotz eines Umsatzplus von mehr als 60 Prozent einen Ergebnisrückgang. Für das dritte Quartal geht die Gesellschaft von einem Verlust aus. Die Talsohle sei aber erreicht, hieß es. Die Thiel-Aktie stieg am Donnerstag um rund zwei Prozent auf 5,37 Euro.

Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr

In den Monaten Januar bis Juni erzielte Thiel Logistik ein Ebit von 21,5 Millionen Euro nach 26,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg indes auf 702 Millionen Euro von 423 Millionen Euro. Zur Vergleichbarkeit der Quartalsabschlüsse seien die Vorjahreszahlen rückwirkend um den Effekt der Erstkonsolidierung der SES Beteiligungs AG und ihrer Töchter angepasst worden.

Thiel gab zudem bekannt, die alte Berichterstattung nach Sparten durch eine neue Berichterstattung nach Regionen ersetzt zu haben. Die Ertragslage sei im ersten Halbjahr vor allem durch die Faktoren verschlechtert worden, die bereits bei der Prognosekorrektur Mitte Juli aufgezeigt worden seien. Verantwortlich dafür seien massive Versäumnisse des Managements in der Schweiz, höhere Integrationskosten und ein anhaltend schleppender Konjunkturverlauf.

Im Vergleich zur ursprünglichen Planung werde das Ertragsziel für die Schweiz im laufenden Jahr um 19 Millionen Euro verfehlt. Zudem werde das Ergebnis mit zusätzlichen Kosten für die Integration von Birkart in Höhe von 13 Millionen Euro belastet. "Der unerwartete Konjunktureinbruch kostet uns 2002 insgesamt rund 34 Millionen Euro", sagte Finanzchef Rodolphe Schoettel.

Wegen des negativen Konjunkturverlaufs habe sich das Management entschieden, Asset-Verkäufe im Zusammenhang mit dem "Reshaping" und den Restrukturierungsmaßnahmen der Birkart-Gruppe zu verschieben, die ursprünglich für 2002 geplant gewesen seien. Die dadurch nicht realisierten Erträge seien mit rund 18 Millionen anzusetzen.

In der Summe entstünden somit 84 Millionen Euro, die sich aus der Differenz zwischen dem ursprünglich für 2002 geplanten Ebit von 109 Millionen Euro und den korrigierten 25 Millionen Euro ergäben, sagte Schoettel. "Damit haben wir alle Unwägbarkeiten für das laufende Geschäftsjahr berücksichtigt", versicherte er. Auch wenn sich die Konjunktur im nächsten Jahr nicht deutlich verbessern sollte, werde Thiel 2003 ein viel besseres Ergebnis ausweisen.

Verbesserung des Cash-Flow

Weiter sagte der Thiel-Chef, das Unternehmen habe seinen Cash-Flow im abgelaufenen Quartal deutlich verbessert. Zum Halbjahr habe sich aus dem operativen Geschäft ein positiver Cash-Flow von rund zehn Millionen Euro ergeben. Dabei sei der Gesellschaft im zweiten Quartal ein Cash-Flow von 13 Millionen Euro zugeflossen, nach einem negativen Cash-Flow von knapp drei Millionen Euro im ersten Quartal.

Die Quandt-Holding Delton AG hatte jüngst 45 Prozent an Thiel übernommen und ist nun neuer Mehrheitsaktionär bei dem Luxemburger Unternehmen. Im Zuge des Einstieges von Delton wird derzeit eine Einbringung des ebenfalls zu Delton gehörenden Mitbewerbers Microlog in Thiel geprüft.

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