Umsatzplus nur wegen höherer Preise – Rewe verliert Marktanteile
Reiseveranstalter erwarten erhebliche Einbußen

Der deutsche Reisemarkt ist in diesem Jahr kaum noch gewachsen und wird Verbandsangaben zufolge in der aktuellen Wintersaison infolge der Anschläge in den USA erstmals starke Einbußen hinnehmen müssen.

Reuters/HB HANNOVER. Im touristischen Geschäftsjahr 2000/01 (bis Oktober) hätten die wichtigsten 50 Veranstalter ihren Umsatz zwar um 6 % auf 30,9 Mrd. DM gesteigert, hieß es in einer am Donnerstag vorgelegten Umfrage der Fachzeitschrift "FVW International". Die Zahl der Reisenden sei aber nur noch um 1,7 % auf 27,5 Millionen gewachsen. Für die Wintersaison erwartet der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) erhebliche Einbußen.

Nach Angaben von DRV-Präsident Klaus Laepple sei der drastische Rückgang der Buchungszahlen nach den Terroranschlägen bei weitem nicht ausgeglichen. Beim wichtigsten deutschen Buchungssystem Start Amadeus, das gut 90 % aller Reisen bucht, wird der Negativtrend bestätigt. "Die Buchungen haben seit dem starken Rückgang um 15 % wieder angezogen, liegen aber noch deutlich unter Vorjahr", sagte eine Sprecherin. In der Sommersaison 2002, die mehr als zwei Drittel des Jahresgeschäfts ausmacht, rechnet DRV-Präsident Laepple auch nicht mit steigenden Teilnehmerzahlen.

Für das Touristikjahr 2000/2001 ergab die Umfrage der "FVW", dass der Umsatzzuwachs im wesentlichen auf höhere Preise zurückzuführen ist. Der Markt für Veranstalterreisen stoße damit - entgegen bisheriger Prognosen - erstmals an seine Grenzen, urteilen die Experten.

An der Reihenfolge der größten deutschen Anbieter hat sich wenig geändert. Marktführer in Deutschland bleibt Tui mit einem Umsatzzuwachs von 7,2 % auf 8,9 Mrd. DM vor Thomas Cook, der bislang keine offiziellen Zahlen veröffentlicht hat. Nach vorläufigen Schätzungen hat Cook den Umsatz um 8 % auf 7,1 Mrd. DM gesteigert und damit seinen Vorsprung vor der Rewe Touristik ausgebaut. Rewe hat infolge der Einbußen ihrer von der LTU übernommenen Veranstalter Tjaereborg und Jahn Reisen ihren Umsatz nur um 2,1 % auf 5,3 Mrd. DM erhöht und damit Marktanteile verloren. An vierter Stelle liegt die britischen Airtours-Tochter FTI, die durch den Abbau unrentabler Kapazitäten 1,7 Mrd. DM umsetzte und nur noch knapp vor dem größten konzernunabhängigen Veranstalter Alltours liegt. Alltours steigerte seinen Umsatz um 18,3 %.

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