Umsatzprognose für das laufende Quartal erhöht
Amazon mit Niedrig-Preis-Strategie erfolgreich

Die Verluste des US-Internet-Einzelhändlers Amazon.com sind im ersten Quartal als Folge höherer Buch- und Musikumsätze sowie Kosteneinsparungen zurückgegangen. Amazon steigerte den Umsatz in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres um 21 %. Das gab das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss bekannt. Mit den Zahlen übertraf der Konzern die Markterwartungen und sorgte nachbörslich für einen Anstieg des Aktienkurses.

dpa/rtr SEATTLE. Im Schlussquartal des Vorjahres hatte Amazon auf Grund starker Erlöse aus dem Weihnachtsgeschäft zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte einen Gewinn erwirtschaftet und damit die Märkte überrascht. Im Vergleich zum Vorjahresquartal habe sich der Nettoverlust nun im ersten Quartal 2002 auf 23 Mill. Dollar (rund 26 Mill. ?) oder 6 US-Cent je Aktie verringert, teilte Amazon am Dienstag mit. Im Vorjahreszeitraum lag der Fehlbetrag noch bei 234 Mill. Dollar oder 66 Cent je Aktie. Analysten gingen bisher für das erste Quartal von einem Verlust zwischen 7 und 12 Cent je Aktie aus.

Der Umsatz stieg nach Amazon-Angaben in den ersten drei Monaten 2002 auf 847 (Vorjahr 700) Mill. Dollar. Analysten hatten nach einer Umfrage von Thomson Financial/First Call einen Umsatz von 805 Mill. Dollar erwartet.

Amazons Verkäufe von Büchern, Filmen und Musik legten in den USA um 8 % zu. Mit ein Grund seien Rabatte um 30 Prozent auf Bücher ab 20 Dollar und freie Zustellungskosten für Bestellungen ab 99 Dollar gewesen. Um die Kosten zu senken entließ Firmenchef Jeff Bezon 1500 Mitarbeiter. Zwei Kundenbetreuungszentren und ein Warenhaus wurden geschlossen und die Versandmethoden verbessert.

Umsatzprognose für das zweite Quartal erhöht

Für das laufende zweite Quartal hat der US-Konzern nach eigenen Angaben seine Umsatzprognose erhöht und rechnet nunmehr mit einem Wachstum von 22 % im Vergleich zum Vorjahr. Die voraussichtlichen Einnahmen bezifferte Amazon auf 765 Mill. bis 815 Mill. Dollar. Analysten erwarteten für den Zeitraum April bis Juni lediglich einen Umsatzanstieg auf rund 750 Mill. Dollar.

Für das Gesamtjahr erwartet Amazon ein Umsatzplus von über 15 % bei einem operativen Ergebnis auf Pro-Forma-Basis von mehr als 100 Mill. Dollar. "Was die Finanzen betrifft sind wir unserem Plan voraus", teilte Finanzchef Warren Jenson in einer Stellungnahme mit. Dadurch sei Amazon in der Lage, die Preise für die Kunden zu senken und gleichzeitig die Ziele für 2002 zu erhöhen. "Unsere Niedrig-Preis-Strategie funktioniert", sagte Jenson vor Journalisten.

Operativer Pro-Forma-Gewinn besser als erwartet

Im ersten Quartal 2002 verbesserte Amazon nach eigenen Angaben seinen operativen Gewinn auf Pro-Forma-Basis, der viele Kosten wie Goodwill-Abschreibungen nicht enthält und von Analysten zur Bewertung des Kerngeschäfts genutzt wird. Den operativen Pro-Forma-Gewinn bezifferte Amazon auf 25 Mill. Dollar nach einem Verlust von 49 Mill. Dollar im Vorjahresquartal. Damit übertraf der Konzern nach Amazon-Angaben auch die eigene Prognose, die bisher zwischen der Gewinnschwelle und einem Verlust von 16 Mill. Dollar lag.

Für das zweite Quartal rechnet Amazon den Angaben zufolge mit einem operativen Gewinn auf Pro-Forma-Basis von fünf Mill. bis 15 Mill. Dollar. Eine Prognose für den Netto-Gewinn gab Amazon nicht ab. Analysten rechnen aber damit, dass der Verlust im zweiten Quartal auf 8 bis 11 Cent von im Vorjahr 16 Cent je Aktie schrumpfen wird.

Im nachbörslichen Handel stiegen die Amazon-Aktien auf 15,17 Dollar, nachdem sie zuvor mit 14,06 Dollar aus dem Handel gegangen waren.

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