Umsatzprognose um ein Drittel angehoben
Scherings Erfolgsrezept heißt Yasmin

Der Berliner Pharmakonzern Schering hat seine Umsatzprognose für die Anti-Babypille "Yasmin" um ein Drittel angehoben und einen optimistischen Ausblick für seine US-Aktivitäten gegeben.

Reuters FRANKFURT. Es werde mit jährlichen Erlösen aus dem Verkauf von "Yasmin" von mehr als 400 Millionen Euro statt der bislang erwarteten gut 300 Millionen Euro gerechnet, sagte Schering-Finanzvorstand Klaus Pohle der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Frankfurt.

In den USA wolle Deutschlands zweitgrößtes Pharmaunternehmen mit der Anti-Babypille in diesem Jahr Umsatzerlöse von 130 bis 150 Millionen Euro erzielen, nach 45 Millionen Euro im Vorjahr, sagte er weiter. Bei den Neuverschreibungen des Medikaments werde eine Verdopplung des Marktanteils bis 2004 auf acht Prozent erwartet.

Analysten bewerten Prognosen positiv

"Jeder weiß, dass Schering (mit seinen Prognosen) konservativ ist, aber das ist positiv, da Yasmin einer der größten Umsatzträger für die kommenden Jahre sein wird", sagte Isabelle Zinck, Analystin bei der HypoVereinsbank in München.

In der vergangenen Woche waren die Aktien von Schering unter Druck geraten, nachdem niederländische Ärzte einem Bericht des "British Medical Journal" zufolge Ärzten von der Verschreibung von "Yasmin" abgeraten hatten. Sie hatten auf den Tod eines 17-jährigen Mädchens hingewiesen, die nach der Einnahme von "Yasmin" eine Thrombose bekommen hatte. Schering bekräftigte danach, das Unternehmen sei von der Sicherheit des Medikaments überzeugt. Bereits mehr als eine Million Frauen weltweit hätten das Mittel genommen.

Umsatzsteigerung in den USA angedeutet

Mit Blick auf die Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal am Freitag deutete Pohle darauf hin, dass das Geschäft in den USA gut verlaufen sei. Das Unternehmen sei bei seinen Zielen für das Land einen wichtigen Schritt vorangekommen, sagte er und verwies auf eine Steigerung der Umsätze in den USA. Schering könne es gelingen, bis 2004 die Umsätze in den USA von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2001 zu verdoppeln. Bislang hat Schering dieses Ziel für 2005 angepeilt.

In anderen europäischen Ländern sei die Situaitoin bei den "Yasmin"-Marktanteilen sehr gut, sagte Pohle weiter. In Deutschland habe das Medikament nach seinem Start im November 2000 mittlerweile einen Marktanteil von neun Prozent, in Norwegen seien es 34 Prozent. Dort ist "Yasmin" seit März 2001 erhältlich.

Schering wolle "Yasmin" auch in niedrigeren Dosen auf den Markt bringen und werde eine entsprechende Zulassung 2003 beantragen. Mit dem Mittel erwarte man einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro.

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