Umsatzrückgang im Jahr 2002
Beraterbranche spürt IT- und Medienflaute

Die deutschen Unternehmensberater haben im vergangenen Jahr die Flaute auf dem IT- und Werbemarkt kräftig zu spüren bekommen.

Reuters FRANKFURT. Der Gesamtumsatz in der Branche sei 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro gesunken, teilte der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) am Mittwoch mit. Die Nachfrage von IT- und Medienfirmen sei um rund 20 Prozent eingebrochen.

"In diesen Bereichen war die Nachfrage in den vergangenen Jahren enorm", sagte BDU-Sprecher Klaus Reiners. Dagegen sei die Nachfrage nach Organisationsberatung - also nach Projekten mit dem Ziel der Kosteneinsparung und Rationalisierung - um 35,7 Prozent gestiegen. Dies habe aber nicht ausgereicht, um die Einbrüche wettzumachen. Für das laufende Jahr erwartet der Verband eine Umsatzstagnation.

Die sinkenden Umsätze haben die rund 14 400 deutschen Beratungsunternehmen nahezu gleichermaßen getroffen. So verbuchten die großen und mittelgroßen Beratungsunternehmen einen Umsatzrückgang von 4,2 beziehungsweise 4,7 Prozent, die kleinen Beratungsfirmen von 4,8 Prozent. Der Marktanteil der 40 größten Berater lag fast unverändert bei knapp 50 Prozent.

Während der Umsatz in der klassischen Managementberatung (Organisations- und Strategieberatung) um 10,3 Prozent stieg, sei die Entwicklung in den Beratungsfeldern IT-Beratung/Services um 20,1 Prozent und in der Personalberatung um 15 Prozent rückläufig gewesen, teilte der BDU weiter mit. Im Gegensatz zur IT- und Medienbranche hätten die Banken und Versicherungen ihre Beratungsbudgets mit einem Minus von 0,9 Prozent nur unmerklich gekürzt. Deutlich erhöht habe sich hingegen die Nachfrage aus dem Verarbeitenden Gewerbe mit einem Anteil von nun 30,9 (2001: 25) Prozent am Gesamtumsatz.

Sorge bereitet den Beratern die Stimmung in deutschen Unternehmen. "Wenn nicht bis zum Sommer eindeutige und konkrete Reformergebnisse von der Politik kommen, sehe ich für die weitere wirtschaftliche Entwicklung schwarz", sagte BDU-Präsident Remi Redley. Ein Umsatzwachstum in der Beraterbranche sei im laufenden Jahr angesichts der unwägbaren wirtschaftlichen und politischen Entwicklung eher unwahrscheinlich. Die Kunden seien bei der Auftragsvergabe von innovativen Projekten sehr zurückhaltend. Daher sei für 2003 eine Umsatzstagnation zu erwarten.

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