Umsatzschub 2003 erhofft
Dialog rutscht tiefer in die Verlustzone

Der württembergische Chip-Entwickler Dialog Semiconductor ist im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht, rechnet aber für 2003 mit einem verspäteten Umsatzschub.

Reuters KIRCHHEIM/TECK. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei in den vergangenen drei Monaten wegen sinkender Nachfrage und gestiegenen Entwicklungskosten auf 3,10 Millionen von 0,05 Millionen Euro gestiegen, teilte das am Neuen Markt und an der Nasdaq gelistete Unternehmen am Mittwoch in Kirchheim unter Teck mit. Der Nettoverlust sei aber auf 2,46 (minus 3,67) Millionen Euro gesunken. Zu Jahresbeginn hatte Dialog im dritten Quartal noch die Trendwende erwartet.

Chief Executive Officer Roland Pudelko sagte Reuters, Dialog gehe für das ganze Jahr nun von einem Nettoverlust von neun bis zehn Millionen Euro aus. Hohe Sonderabschreibungen hatten 2001 zu einem Verlust von 41,7 Millionen Euro geführt. Die Aktie gab am Mittwoch um rund sechs Prozent auf 1,26 Euro nach.

Im kommenden Jahr hofft Pudelko auf neue Impulse durch neue Entwicklungen auf dem Mobilfunk-Markt, wie Kameras und Sensoren für Handys. "Für das nächste Jahr sehen wir auf heutiger Basis ein Umsatzwachstum, das hoffentlich zweistellig wird", sagte er weiter. Der enttäuschende Absatz neuer Produkte hatte zuletzt den Lagerbestand kräftig anwachsen lassen. Pudelko setzt nun auf das Weihnachtsgeschäft. Andernfalls drohten Abschreibungen bis zu zwei Millionen Euro.

Im laufenden Jahr wird der Umsatz nach der Einschätzung des Dialog-Chefs um mehr als 25 Prozent auf 75 (101) Millionen Euro schrumpfen. Im dritten Quartal war der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 17,90 (20,66) Millionen Euro gesunken, fiel damit aber fünf Prozent besser aus als im zweiten Quartal.

Das vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft werde wie gewöhnlich besser ausfallen. Pudelko stellte einen Umsatz von 21 (2001: 23,8) Millionen Euro in Aussicht. In den ersten neun Monaten gab der Umsatz nahezu um 30 Prozent auf 54,02 Millionen Euro nach, der Konzernverlust summierte sich auf 5,66 (minus 12,14) Millionen Euro. Fast die Hälfte des Umsatzes 2002 kam von einem einzigen Mobilfunkkunden.

Unter dem Strich profitierte Dialog auch im dritten Quartal vom Mittelzufluss aus der bereits abgeschriebenen Beteiligung an der insolventen ESM in Großbritannien. Nachdem die amerikanische International Rectifier ESM übernommen hat, sind Dialog seit Anfang 2002 daraus bereits 9,9 Millionen Euro zugeflossen. Im vierten Quartal habe Dialog daraus keine weiteren Einnahmen eingeplant, sagte Pudelko.

Trotz des operativen Mittelabflusses von 4,11 Millionen Euro im dritten Quartal macht sich der Dialog-Chef um die Liquidität des Unternehmens keine Sorgen. "Das ist nicht unser Hauptthema", sagte er. Die liquiden Mittel stiegen seit Jahresbeginn um 3,1 Millionen auf 35,7 Millionen Euro.

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