Umsatzschwacher und nachrichtenarmer Tag
Unsichere US-Anleger lassen DAX ins Minus drehen

Die deutschen Standardwerte haben am Dienstagabend ihre erarbeiteten Gewinne insgesamt abgegeben, als die Passivität von US-Anlegern die Kurse an der Wall Street ins Minus rutschten ließ. 0,55 Prozent verlor der Dax zu Beginn des Abendhandels auf 5.837,66 Zähler.

dpa-afx FRANKFURT. Wir haben eine Schaukelbörse," sagte Stefan Müller. Der Aktienhändler der Dresdner Bank hielt es für ein positives Zeichen, dass sich die starken Verluste der Vorwoche nicht fortgesetzt hätten, bis schließlich die abgebenden Kurse in den USA am Nachmittag Druck auf die deutschen Aktienkurse ausübten. Jedoch bedeute es nicht viel, wenn der Dax rund 30 Punkte verliere. Die Handelsumsätze seien "sehr gering".

Am Vormittag hatte bereits eine nach unten korrigierte Wirtschaftsprognose des DIW die Gewinne im Dax geschmälert, sagte ein anderer Händler. Die DIW-Experten senkten ihre Wachstumsschätzung für Deutschland in diesem Jahr drastisch auf 1,0 Prozent. Erst im Jahr 2002 sei wieder mit einer spürbaren Erholung zu rechnen.

Mit deutlichem Abstand führten Infineon die Liste der Tagesverlierer an. Gleich um 5,24 Prozent stürzte der Kurs auf 24,60 Euro. Mit dem Unterschreiten der 25-Euro-Linie stieg die Zahl der Verkaufsaufträge deutlich an. Ein Händler vermutete, dass der Chiphersteller trotz gegenteiliger Beteuerungen die geplante Kapitalerhöhung um jeden Preis durchführen wolle. Großanleger drückten deshalb den Kurs, um möglichst preiswert an die Stücke zu gelangen. Es sei ein Fehler gewesen, bei der Kapitalerhöhung auf ein vermittelndes Bookbuilding-Verfahren zu verzichten.

Eine technische Reaktion auf die Verluste der vergangenen Tage hat nach Ansicht von Oana Floares, Analystin bei Helaba Trust, die Aktie von SAP beflügelt. SAP kosteten 141,80 Euro - 2,10 Prozent mehr als am Vortag. Nachrichtenlos gewannen Post-Aktien um 3,52 Prozent auf 19,40 Euro.

Preussag verloren bei lebhaften Umsätzen 2,06 Prozent auf 35,65 Euro. Die Aktie habe sich gegen den Trend bislang recht gut gehalten. Nun würden Gewinne mitgenommen, sagte ein Analyst.

Trotz Rekordabsatzzahlen ging es bei BMW um 0,03 Prozent auf 39,94 Euro hinab. Im ersten Halbjahr war der Absatz um 9 Prozent auf 459.800 Fahrzeuge gestiegen.

Bayer profitierten nur kurzzeitig von Exklusiv-Verhandlungen mit Aventis und Schering über den Kauf der Pflanzenschutz-Sparte Aventis CropScience. Bayer verloren 1,09 Prozent auf 43,70 Euro. Schering, die 24 Prozent an CropScience halten, gewannen dagegen 0,55 Prozent auf 60,60 Euro.

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