Umsatzwachstum von 30 Prozent prognostiziert
T-Online geht gelassen ins Jahr 2003

"T-Online hält an den getroffenen Marktprognosen fest", erklärte Vorstandschef des Internet-Unternehmens Thomas Holtrop am Mittwoch in Darmstadt. Es werde "keine negativen Überraschungen" bei T-Online geben.

Reuters FRANKFURT. Bereits im Jahr 2001 habe T-Online bis 2004 ein Umsatzwachstum von jährlich jeweils 30 Prozent prognostiziert. Damit präzisierte das Unternehmen ein am Mittwoch Morgen veröffentlichtes Zeitungs-Interview mit Holtrop. Dem zufolge rechne das Unternehmen nach der zuletzt unerwartet guten Entwicklung im kommenden Jahr mit verstärkten konjunkturellen Schwierigkeiten. Dies hatte den Aktienkurs schwer belastet.

Im Gegensatz zu T-Online werden nach Holtrops Einschätzung jedoch zahlreiche Wettbewerber Probleme bekommen. 2003 werde ein schwieriges Jahr für viele Wettbewerber, die nicht wie T-Online über etablierte Geschäftsmodelle verfügten. "Hier muss von einer weiteren Marktkonsolidierung und einem gesamtwirtschaftlich schwächeren Wachstum ausgegangen werden", erklärte Holtrop. Unabhängig von einem schwierigen makroökonomischen Umfeld werde T-Online seine positive Entwicklung fortsetzen.

In mehreren Medienberichten hatte es geheißen, T-Online erwarte 2003 ein schwieriges Jahr für das eigene Geschäft. Die "Financial Times Deutschland" hatte am Mittwoch unter anderem berichtet, T-Online rechne im kommenden Jahr mit Geschäftseinbußen durch eine verschärfte Zurückhaltung der Konsumenten. "Vor Mitte 2004 sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels", wurde Holtrop von der Zeitung zitiert.

Diese Aussagen hatten zu Kursverlusten bei der Tochter der Deutschen Telekom von zeitweise mehr als 11f Prozent geführt. Am frühen Mittwochabend lag die am Neuen Markt notierte Aktie nur noch mit knapp sechs Prozent im Minus bei 5,69 Euro.

Analysten maßen den Berichten wenig Bedeutung zu. "Der Marktanteil (von T-Online) ist überwältigend und es gibt auch noch Raum für Wachstum. "Ich erwarte trotz des trüben Ausblicks für die deutsche Wirtschaft nicht, dass T-Online Probleme im Jahr 2003 bekommt", sagte Alex Lord, Analyst bei BNP Paribas in London. Händler begründeten den deutlichen Kursabschlag mit Verkaufsdruck, der durch zwei bis drei große Verkaufsorder ausgelöst worden sei. Die in den Medienberichten zitierten Holtrop-Ausführungen über die angeblichen Probleme bei T-Online hätten die Aktie stark belastet, sagte ein Händler einer großen deutschen Bank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%