Umsatzziel verfehlt
Post will deutlich höhere Dividende zahlen

Der Kurs der "Aktie Gelb" lässt zu wünschen übrig, doch ein Trostpflaster gibt es - die Deutsche Post AG will am Montag für ihr erstes volles Jahr an der Börse eine deutlich höhere Dividende verkünden als im vergangenen Jahr.

vwd Düsseldorf. Wie es 2001 bei dem Dax-Unternehmen wirtschaftlich gelaufen ist, weiß man im Wesentlichen schon: Gewinnziel übertroffen, Umsatzplanung verfehlt. Nach den bislang veröffentlichten Kernzahlen müsste der Brief- und Logistikkonzern im vierten Quartal einen Einbruch bei den Erlösen erlitten haben - die Bilanzpressekonferenz in Bonn wird Aufschluss bringen. Daneben erhoffen sich die Beobachter vor allem Hinweise zur Auslandsexpansion im Briefgeschäft.

Nachdem für das Jahr 2000 eine Dividende von 0,27 Euro gezahlt worden war, könnten jetzt um die 0,35 Euro herausspringen. Denn die Post will bekanntlich 25 bis 30 Prozent ihres Reingewinns ausschütten; im Vorjahr waren es erst 20 Prozent. 2001 erzielte das Unternehmen einen um 4,6 Prozent höheren Überschuss von etwa 1,6 Mrd Euro und eine Steigerung von 7,1 Prozent auf rund 2,6 Mrd Euro beim betrieblichen Ergebnis.

Das noch im November verkündete Ziel von gut vier Prozent mehr Umsatz wurde indes verfehlt: Die Erlöse kletterten lediglich um zwei Prozent auf rund 33,4 Mrd Euro. Im dritten Quartal war bereits der Briefsektor, der mit Abstand den meisten Ertrag abwirft, etwas geschrumpft und hatte sogar elf Prozent weniger Gewinn gemacht. Die Frage ist, wie sich diese Hauptsparte sowie die drei anderen Konzernsäulen Express, Logistik und Finanzdienstleistungen nun im letzten Vierteljahr 2001 entwickelt haben.

Wie es insgesamt im laufenden Jahr weitergehen soll, hat der Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel schon angedeutet: recht verhalten. Es werde trotz eines auf über 41 Mrd Euro steigenden Umsatzes schwer sein, das operative Ergebnis 2001 noch einmal zu übertreffen und den Jahresüberschuss des Vorjahres zu erreichen. Analysten erwarten nun Aufschluss über die Gründe für die bescheidenen Erwartungen. Einer könnte in der Vollkonsolidierung der defizitären Expresstochter DHL International liegen, was zu einer Renditenverwässerung beitragen dürfte. DHL und die vielen anderen Beteiligungen mit Hochdruck zu integrieren, ist Ziel eines laufenden Fitnessprogramms namens "Star", auf das Zumwinkel möglicherweise eingehen wird. Äußerungen erhoffen sich die Beobachter außerdem zu den Wachstumsmöglichkeiten, die sich für das Briefgeschäft im Ausland ergeben, wenn dieser Markt 2003 in der Europäischen Union weiter liberalisiert wird.

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