Umsatzzuwachs trotzt Branchentrend
Metro verbucht unerwartet Verlust

Der weltweit fünftgrößte Handelskonzern Metro hat im ersten Quartal 2002 unerwartet einen Verlust verbucht, aber seine Prognosen für das Gesamtjahr bekräftigt.

Reuters DÜSSELDORF. Von Januar bis März 2002 sei beim Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (Ebit) ein Verlust von 5,9 Millionen Euro angefallen, nach einem Betriebsgewinn von 13,7 Millionen Euro im Jahr zuvor, teilte Metro am Dienstag in Düsseldorf mit. Analysten hatten durchschnittlich mit einem Plus von 7,7 Millionen Euro gerechnet. Bei Metro hieß es dazu, das Ebit der ersten drei Monate trage nur geringfügig zum Jahresergebnis bei und sei kein aussagekräftiger Indikator für das Jahresergebnis.

Der vom Auslandsgeschäft angekurbelte Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,2 Prozent auf 11,82 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einen Umsatzanstieg von gut vier Prozent auf 11,69 Milliarden gerechnet. Demgegenüber hatte der Handelsverband HDE für die Branche einen Umsatzrückgang zwischen drei und vier Prozent vorausgesagt.

Prognosen bekräftigt

Das Handelshaus bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2002. Die Metro hatte für 2002 ein Umsatzwachstum von sechs Prozent in Aussicht gestellt und beim Ergebnis je Aktie ein Plus von zehn Prozent. Das Konzernergebnis bezifferte Metro mit minus 56,2 Millionen Euro, nachdem im Jahr zuvor ein Verlust von 39,2 Millionen Euro angefallen war. Das Ergebnis je Aktie lag den Angaben zufolge im ersten Quartal 2002 bei minus 0,17 Euro nach minus 0,12 Euro im Jahr zuvor.

Der Auslandsumsatz sei um fast 15 Prozent geklettert, während die Erlöse im Inland nach Angaben von Metro-Chef Hans-Joachim Körber um 1,5 Prozent zurückgingen. Der Auslandsanteil liege nun bei über 45 Prozent. Die in den letzten Jahren verfolgte Strategie einer Internationalisierung zahle sich aus, sagte Körber. Demgegenüber sei die Entwicklung in Deutschland von einer generellen Unsicherheit und allgemeinen Kaufzurückhaltung geprägt gewesen.

Zugpferd Großhandel

Zugpferd der Metro war auch im ersten Quartal erneut das Großhandelsgeschäft C&C. Der Umsatz kletterte um zehn Prozent, während das Ebit um ein Fünftel auf 34,6 Millionen Euro zulegte. Die Lebensmittelkette Real verbuchte einen leichten Umsatzanstieg und verringerte den Verlust gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel. Die Elektroniksparte Media-Saturn steigerte hingegen den Umsatz, verbuchte aber wegen der hohen Investitionskosten für die internationale Expansion einen geringeren Gewinn.

Das Ebit dieser Sparte fiel im ersten Quartal auf 26,7 Millionen Euro nach 35,5 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Praktiker-Baumärkte gerieten bei einem leicht rückläufigen Umsatz noch tiefer in die Verlustzone. Der Umsatz der Kaufhof-Warenhäuser stagnierte fast, während das Ebit kräftig zurückging. Positiv hätten sich aber die Inno-Warenhäuser in Belgien entwickelt, betonte Körber. Der Kurs der Metro-Aktie gab zum Handelsauftakt um 1,15 Prozent gegenüber dem Vortag nach und lag bei 35,39 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%