Umschaltgebühren
Einstieg ins Ortsnetz bleibt teuer

Die Gebühren für das Umschalten eines Telefonanschlusses von der Telekom auf einen Wettbewerber werden weniger stark gesenkt als erwartet. Die Umschaltgebühren auf der letzten Meile sollen je nach Leitungsart nur zwischen 5 und 20 Prozent gegenüber den von der Telekom geforderten Preisen fallen.

 

WiWo/AP/HB BONN. Die Regulierungsbehörde in Bonn teilte am Freitag mit, die einmaligen Umschaltgebühren für den Zugang zur so genannten letzten Meile zwischen Vermittlungsstelle und Kunden würden zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren gesenkt.

Die Telekom darf für den "normalen" Telefonanschluss (Kupferdoppelader, Zweidraht) ohne Schaltarbeiten beim Endkunden künftig einmalig 70,56 Euro verlangen statt bisher 92,59 Euro. Das entspricht einer Senkung um rund 23,8 Prozent.

Wenn Arbeiten beim Endkunden anfallen, fällt die Übernahmegebühr um 21,8 Prozent auf 91,65 Euro. Für Neuschaltungen wurden Preissenkungen zwischen 6,2 Prozent und 20,5 Prozent angegeben.

Am weitesten kommt die Regulierungsbehörde den Wettbewerbern beim ISDN-Anschluss entgegen: Hier soll die Umschaltgebühr künftig 70,56 Euro betragen. Die Telekom hatte dafür 84 Euro gefordert. In den USA beträgt die vergleichbare Gebühr 10 Dollar.

Die Kündigungsentgelte verringern sich bei den meisten Zugangsvarianten ebenfalls. Bei der einfachen Kupferdoppelader seien künftig nur noch 34,94 Euro statt 38,06 Euro zu zahlen, wenn der Kunde zu einem anderen Telekom-Wettbewerber wechsele oder zur Telekom zurückkehre. Das bedeutet eine Preissenkung um rund 8,2 Prozent.

Am meisten frustrieren dürfte es die neuen Anbieter, dass die Kündigungsgebühr beim Wechsel eines Kunden zurück zur Telekom nur um 45 Cent gesenkt wird: Hier hatten sie auf eine Abschaffung der teuren Gebühr gehofft, denn den Vorteil daraus zieht allein die Telekom.

Die Telekom hatte Mitte Februar von sich aus Preissenkungen für die Umschaltgebühren von 10 Prozent gegenüber den heute gültigen Preisen vorgeschlagen. Zuvor hatte Kurth eine drastische Senkung der Gebühren für das einfache Umlegen eines Schalters in einem Hauptverteiler signalisiert. Zusätzlich zu den Einmalkosten zahlen Wettbewerber eine Monatsmiete von 12,48 Euro für die letzte Meile.

Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde, betonte, die Entscheidung beruhe auf einer "sehr gründlichen und ausgesprochen ausführlichen Kostenanalyse". Die neuen Einmalentgelte, die bis 30. Juni 2003 genehmigt seien, seien ein weiterer Beitrag zur Stimulation des deutschen Ortsnetzwettbewerbs.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%