Umsetzung des Nahost-Friedensplans gefährdet
Vorübergehender Gewaltverzicht reicht Israel nicht

Ein nur vorübergehender Gewaltverzicht militanter Palästinenser würde nach den Worten eines israelischen Generals nur zu mehr Gewalt führen und die Umsetzung des internationalen Nahost-Friedensplans gefährden.

Reuters JERUSALEM. Ein befristeter Waffenstillstand würde von israelfeindlichen Gruppen wie der Hamas lediglich für eine "Reorganisation mit dem Ziel genutzt, noch schlimmere Mordtaten zu begehen", sagte General Amos Gilad. Gilad ist Israels Vertreter bei den Sicherheitsgesprächen mit den Palästinensern, die am Montag fortgesetzt wurden. Dabei geht es um einen israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen und der Stadt Bethlehem im Westjordanland.

"In diese "Hudna' sollte keine Hoffnung gelegt werden", sagte Gilad und benutzte dabei den unter militanten Palästinensern üblichen Begriff für einen befristeten Gewaltverzicht. Verhandlungen darüber zwischen dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas und militanten Palästinenser-Gruppen sind bislang ohne greifbares Ergebnis geblieben. Israelische Medien berichteten, die Erklärung einer Waffenruhe stehe unmittelbar bevor. Aus Hamas-Kreisen verlautete jedoch, die Tötung ihres Führungsmitglieds Abdullah Kawasme bei einem israelischen Angriff am Samstag habe "die Lage komplizierter gemacht". Die Hamas verfolgt als Ziel die Zerstörung des Staates Israel.

Gilad forderte die Palästinenser-Regierung auf, als Gegenleistung für einen israelischen Teilabzug die Verantwortung für die Sicherheit im Gaza-Streifen und in Bethlehem wieder zu übernehmen. Ein Abzug dort würde nach israelischer Darstellung eine Art Probelauf für die Palästinenser-Regierung werden, in dem diese beweisen könne, dass sie die Sicherheit in ihren Gebieten gewährleisten kann. US-Außenminister Colin Powell sprach von Fortschritten bei den Gesprächen "Ich weiß, dass die Palästinenser-Regierung hart daran arbeitet, die Militanten zu einem Ende der Gewalt zu bewegen", sagte Powell am Rande des Weltwirtschaftsforums in Jordanien.

Nach dem Nahost-Dreiergipfel mit Abbas, dessen israelischem Kollegen Ariel Scharon und US-Präsident George W. Bush zu Beginn des Monats hatte eine Welle von Gewalttaten eine rasche Umsetzung des Friedensplans in Frage gestellt. Der Plan sieht nach dem Ende der Gewalt die Bildung eines Palästinenser-Staates bis 2005 vor.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%