Umsetzung des Protokolls von Kyoto bleibt umstritten
EU und USA bei Klimaschutzkonferenz auf Konfrontationskurs

ap DEN HAAG. Vor der entscheidenden Phase der Klimaschutzkonferenz in Den Haag hat EU-Umweltkommissarin Margot Wallström mehr Einsatz zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen gefordert. Vor allem die Industriestaaten müssten nun entschlossen handeln, erklärte Wallström am Sonntag. Vom (morgigen) Montag bis Freitag beraten die Umweltminister von etwa 150 Staaten über die Umsetzung des 1997 vereinbarten Protokolls von Kyoto. Dieses sieht vor, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2012 weltweit um 5,2 % unter den Stand von 1990 zu senken.

USA wollen Waldbestand in Kalkulation einbeziehen

Laut der Vereinbarung soll Europa seine Emissionen um acht Prozent senken, Japan um sechs Prozent und die USA um sieben Prozent. Während der ersten Woche der Klimaschutzkonferenz zeichneten sich unter den etwa 2 000 Delegierten bereits mehrere Streitpunkte ab, vor allem zwischen den Vertretern der USA und der EU. Die USA, Kanada und Japan fordern, Waldbestand und Landwirtschaft als Kohlendioxid-senkende Faktoren mit zu berechnen. Die EU lehnte dies am Donnerstag ab. Zudem will Washington, dass Staaten mit ihren Emissionssenkungs-Anteilen handeln können.

US-Vertreter warfen der EU am Sonntag mangelnde Flexibilität vor. Der republikanische Senator Larry Craig forderte, die Umsetzung von Kyoto dürfe den Wirtschaften der USA und der übrigen Welt nicht schaden. "Die US-Regierung hat Kyoto grundsätzlich nur deshalb akzeptiert, weil darin Flexibilität wie Handel mit Emissionen vereinbart wurde", sagte der republikanische Senator Chuck Hagel. "Nun bekommen wir damit Ärger." Der US-Senat hat ein Gesetz verabschiedet, demzufolge jegliche Vereinbarung, die die Wettbewerbsfähigkeit von US-Unternehmen betrifft, ratifiziert werden muss.

Tausende Menschen forderten am Samstag in Den Haag entschlossene Maßnahmen gegen die Erwärmung der Erdatmosphäre. Sie errichteten einen symbolischen Deich gegen das Ansteigen des Meeresspiegels, das durch die Erwärmung erwartet wird. Auf Transparenten hieß es "Stoppt die Klimaveränderung" und "Nicht jeder kann schwimmen". Ein internationales Klimaschutzgremium geht davon aus, dass in den kommenden 100 Jahren Niederschläge zunehmen und die durchschnittliche Erdtemperatur um sechs Grad zunimmt, was ein Ansteigen der Meeresspiegels um 80 Zentimeter zur Folge hätte.



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