Umstände der 100 000 DM Spende
Richter widerspricht Baumeisters Version der Schreiber-Spende

ap MÜNCHEN. Der eidesstattlichen Versicherung der früheren CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister zu den Umständen der 100 000-Mark-Spende des Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber ist ein weiteres Mal widersprochen worden. Gegenüber dem ARD-Politikmagazin "Report aus München" hat der frühere Vorsitzende Richter am Finanzgericht München, Peter Glenegger, die Aussage Schreibers gestützt, er selbst habe wegen einer Gerichtsverhandlung in München Baumeister die Spende am Nachmittag des 11. Oktober 1994 nicht übergeben können.

Baumeister hatte an Eides statt versichert, Schreiber habe ihr an jenem Tag in seinem Haus in Kaufering kurz vor der Verabschiedung einen Umschlag mit dem Geld übergeben. Anschließend sei sie nach Augsburg gefahren und von dort mit dem ICE um 14.14 Uhr nach Stuttgart. Demgegenüber schloss Glenegger nach Angaben des Magazins unter Hinweis auf das Protokoll aus, dass Schreiber seine mündliche Finanzgerichtsverhandlung vor deren Ende um 13.50 Uhr verlassen habe. Auch Schreiber hatte erklärt, er sei bis um Ende der Verhandlung dort anwesend gewesen und habe Baumeister wegen der rund einstündigen Fahrtzeit nach Kaufering nicht mehr treffen können. Den Briefumschlag mit dem Geld habe seine Frau der damaligen CDU-Schatzmeisterin übergeben.

Über die Umstände der 100 000-Mark-Spende hatten Baumeister und der frühere CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble unterschiedliche Darstellungen gegeben und sie jeweils mit eidesstaatlichen Versicherungen bekräftigt. Während Baumeister das Geld am 11. Oktober von Schreiber erhalten und später an Schäuble weitergeleitet haben will, hatte Schäuble versichert, den Betrag am 22. September persönlich von Schreiber erhalten zu haben. Der Darstellung Schäubles hatte Schreiber allerdings komplett widersprochen: er habe ihn an dem Tag überhaupt nicht getroffen und ihm persönlich auch nie Geld gegeben.

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