Umsteigen in die Sicherheit der Rentenpapiere
Aktienschwäche und Zinsspekulationen stützen Euro-Renten

Die anhaltende Schwäche der Aktienbörsen sowie von den jüngsten Konjunkturdaten ausgehende Spekulationen über eine weitere Senkung der Leitzinsen in der Euro-Zone haben die europäischen Rentenmärkte am Donnerstag gestützt.

Reuters FRANKFURT. Händlern zufolge spekulieren zahlreiche Investoren nach dem Rückgang der europäischen Erzeugerpreise auf den niedrigsten Stand seit 20 Monaten und dem überraschend schwachen deutschen Auftragseingang auf eine weitere Senkung der Zinsen beim Ratstreffen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag kommender Woche. Am Nachmittag wird sich nach Einschätzung von Händlern die Aufmerksamkeit der Anleger auf den Service-Index der US-Einkaufsmanager (NAPM) konzentrieren.

Der Bund-Future notierte gegen 14.30 Uhr MESZ mit acht Ticks im Plus bei 107,88 Punkten. Der Bobl-Future legte 14 Stellen auf 106,94 Zähler zu. Am kurzen Ende gewann der Schatz-Future sechs Ticks auf 103,45 Punkte zu. Die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2011 notierte zur Kasse mit 100,73 nach 100,83 % am Vortag. Gegen 14.30 Uhr MESZ wurde das Papier mit 100,78 % gehandelt und rentierte mit 4,893 %.

Händlern zufolge veranlassen die ausgeprägten Verluste der Aktienbörsen immer mehr Investoren zum Umsteigen in die Sicherheit der Rentenpapiere. "Die Aktienschwäche bietet den Bonds einige Unterstützung. Außerdem gibt es etwas technische Unterstützung für den Bund-Future", sagte ein Händler. Die europäischen Börsen haben am Donnerstag ausnahmslos im Minus tendiert und teilweise neue Tiefstände markiert. Dabei fiel der Dax unter die wichtige Marke von 5 000 Punkten und notierte am frühen Nachmittag mit 4 972 Punkten um 75 Zähler niedriger.

"Die EZB hat keine andere Alternative, als die Zinsen bald zu senken", sagte David Brown vom Investmenthaus Bear Stearns in London mit Blick auf die am Vormittag veröffentlichten Konjunkturdaten. Das Bundesfinanzministerium hatte mitgeteilt, vor allem wegen eines deutlichen Rückgangs ausländischer Bestellungen seien die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland im Juli preis- und saisonbereinigt um 1,4 % gesunken nach einem Minus von revidiert 2,4 (2,7) Prozent im Juni. Analysten hatten im Schnitt nur einen leichten Rückgang von 0,1 % zum Vormonat prognostiziert.

Nicht nur die rückläufigen Auftrtagseingänge sondern auch die weiter nachlassende Teuerung sollten nach Händlerangaben einen Anstoss für eine weitere Lockerung der Geldpolitik der EZB sein. Das Europäische Statistikamt Eurostat berichtete in Brüssel, die Erzeugerpreise in der Euro-Zone seien im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,4 % gesunken und gegenüber dem Vorjahr um 2,3 % gestiegen. Befragte Volkswirte rechnen jedoch mit breiter Mehrheit nicht damit, dass die EZB die Leitzinsen bereits bei ihrem nächsten Treffen weiter zuürcknimmt. Sie gehen eher von eienr Leitzinssenkung im Oktober aus.

Service-Index der US-Einkaufsmanager

Händlern zufolge erwarten die Investoren von dem um 16.00 Uhr MESZ anstehenden Service-Index der US-Einkaufsmanager (NAPM) eine Bestätigung der leichten Erholung der US-Konjunktur. Erwartet wird ein leichter Anstieg des Index im August auf 49,4 von 48,9 Punkten im Vormonat. "Wenn wir eine Zahl über 50 bekommen, ist das negativ für die Bonds, aber wenn wir eine Zahl von 55 erhalten sollten, wird es zu einem Ausverkauf bei den Bonds kommen", sagte Jeremy Hawkins von der Bank of America. Andere Händler gehen jedoch davon aus, dass die Auswirkungen des Index begrenzt sein drüften, weil die Akteure bereits mit Spannung auf den US-Arbeitsmarktbericht für August am Freitag warteten.

Die börsennotierten Bundesanleihen notierten am Donnnerstag im Kassa-Vergleich uneinheitlich. 43 der gehandelten Papiere verbesserten sich um 0,070 %punkte, während 30 Papiere um bis zu 0,240 %punkte verloren. Die Bundesbank kaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 117,5 (Vortageskäufe 86,8) Mill. ?. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 4,77 (4,76) Prozent. Der Rex-Rentenindex rückte um 0,01 % auf 112,9736 Zähler vor.

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