Umstrittene Entscheidung
Airbus-Auftrag soll nach Kanada gehen

Beim 18 Mrd. Euro teuren Projekt zum Bau des Airbus-Militärflugzeugs A400M bahnt sich eine Überraschung an. Nach Informationen des Handelsblatts (Mittwochausgabe) soll der erste gesamt-europäische Militärtransporter mit Turbinen aus kanadischer Produktion ausgestattet werden.

DÜSSELDORF. Der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney Canada erhalte voraussichtlich den Zuschlag für den 4,2 Mrd. Euro schweren Auftrag, hieß es in Verhandlungskreisen. Den Informationen zufolge soll die Entscheidung am Freitag bekannt gegeben werden.

Offiziell wollten weder Airbus noch Pratt & Whitney Stellung nehmen. "Kein Kommentar", hieß es bei Airbus. Das Angebot der Kanadier liegt Verhandlungskreisen zufolge um mehr als 1 Mrd. Euro unter der Offerte des europäischen EPI-Konsortiums, dem Rolls-Royce (Großbritannien), Snecma (Frankreich), MTU (Deutschland) und die spanische ITP angehören. Airbus hatte das EPI-Angebot wiederholt als zu teuer bezeichnet und darauf verwiesen, man werde die Wahl des Triebwerksherstellers allein nach wirtschaftlichen Kriterien treffen. Aus politischer Sicht ist eine Entscheidung zu Gunsten der Kanadier höchst umstritten.

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