Umstrittener Konversionsplan abgesegnet
Telecom Italia verärgert Kleinaktionäre

mab/HB TURIN. Unter heftigem Protest von Kleinaktionären und Fondsgesellschaften hat die Hauptversammlung der Telecom Italia (TI) den umstrittenen Plan zur Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien abgesegnet. Gordon Singer, Geschäftsführer eines amerikanischen Hedgefonds kündigte

rechtliche Schritte gegen die Aktion an und bezeichnete sie als "Raub am hellichten Tage". Es sei evident, dass die Vorzugsaktionäre, die etwa 30% des Ex-Monopolisten halten, missbraucht würden, um die Probleme der Stammaktionäre - allen voran der Muttergesellschaft Olivetti - zu lösen. Konzernchef Roberto Colaninno erwiderte, dass die Kritik ihn nicht beunruhige und er an dem Plan festhalten werde.

Olivetti werden durch die Konversion voraussichtlich 4,3 Mrd. Euro in bar zufließen. Das Geld kommt zusammen, da Vorzugsaktionäre für den Umtausch jedes ihrer Papiere eine Ausgleichszahlung von mindestens 5,25 Euro leisten müssen. Olivetti nutzt die frischen Mittel, um seinen Schuldenberg von 18 Mrd. Euro zu reduzieren. Im Gegenzug wird die Holding ihren Anteil an der Telecom Italia von 55% auf etwa 40% reduzieren.

Im Mittelpunkt der Kritik standen neben Colaninno auch die beratenden Investmentbanken Lehman Brothers und JP Chase. Fragen wurden gestellt, inwieweit sie sich als Gläubiger von Olivetti und Berater von Telecom in einem Interessenkonflikt befänden. "Könnte es sein, dass die Sorge über die Finanzsituation Olivettis das Interesse am Wohlergehen der Vorzugsaktionäre Telecoms übersteigt," merkte ein Aktionär süffisant an. Und: "Wenn ich als Telekommunikationsunternehmen heute knapp 10 Mrd. einsammeln würde, fiele mir etwas anderes ein, als diese Mittel meinen Aktionären auszuschütten." Sowohl Stämme als auch Vorzüge der Telecom Italia notierten gestern an der Mailänder Börse leichter.

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