Umstrukturierung
Bar-Kapitalerhöhung bei Telegate kaum gezeichnet

Bei der Sach- und Barkapitalerhöhung der zweitgrößten deutschen Telefonauskunft Telegate ist die Bar-Tranche kaum gezeichnet worden. "Die am 15. April eingetragene Barkapitalerhöhung wurde (...) lediglich in geringem Umfang von 10 000 Stück gezeichnet", erklärte Telegate am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung.

Reuters FRANKFURT. Hintergrund sei die - bedingt durch die Konjunkturflaute und den Irak-Krieg - schwache Entwicklung der Aktienmärkte, die dafür gesorgt habe, dass der Ausgabepreis über dem aktuellen Kurs gelegen habe. Ursprünglich war die Ausgabe von rund 4,5 Millionen Anteilsscheinen geplant gewesen. Bei besseren Marktverhältnissen hätte dieser Teil der Emission über 16 Mill. Euro einbringen können. Die Telegate-Aktien notierte am Mittwochnachmittag mit 2,69 Euro um 2,28 % im Plus.

Bereits am Dienstagabend wurde aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen bekannt, dass Telegate bei diesem Teil ihrer zweistufigen Emission nur sehr wenig neue Mittel eingenommen hat. Das Unternehmen, das eine drastische Umstrukturierung hinter sich hat, hatte die Bar-Tranche seinen außen stehenden Aktionären parallel zu der schon 2002 abgeschlossenen Sachkapitalerhöhung angeboten. Diese hatte der italienische Mehrheitsaktionär Seat Pagine Gialle gezeichnet. Dabei hatte der Herausgeber der italienischen "Gelben Seiten", der nun direkt und indirekt 78,4 Prozent an Telegate hält, eine Kreditforderung im Volumen von rund 30 Mill. Euro in die Gesellschaft eingebracht. Die zusätzliche Bar-Tranche sollte eine Verwässerung der Anteile der freien Aktionäre verhindern.

Vorstandschef Andreas Albath sagte, Telegate habe aus der Bar-Tranche keine Erlöse für die weitere Geschäftsentwicklung eingeplant. "Es wäre falsch gewesen, darauf die Investitionen der nächsten 24 Monate aufzubauen, und das haben wir auch nicht getan", sagte er. "Das bringt mir keine zusätzlichen grauen Haare." Sein Vorgänger Klaus Harisch, der inzwischen für das britische Geschäft zuständig ist, hatte im vergangenen Jahr noch erklärt, Telegate wolle die Mittel als der Kapitalerhöhung für die Aktivitäten in Großbritannien und Spanien verwenden.

Die früher am Neuen Markt notierte Telegate AG hatte 2001 eine drastische Restrukturierung begonnen und zugleich das US-Geschäft weitgehend aufgegeben. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen den Fehlbetrag stark verringert und vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wieder einen Gewinn von 9,4 (Vorjahresverlust 17,8) Mill. Euro verbucht. 2003 soll der operative Gewinn auf zehn bis 15 Mill. Euro steigen.

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