Umstrukturierung des Bereichs Information und Kommunikation möglich
ICN schließt weiteren Stellenabbau nicht aus

Die Siemens AG, München/Berlin, sieht sich bei der geplanten Neuausrichtung ihrer defizitären Netzwerksparte Information and Communication Networks (ICN) auf gutem Weg, schließt aber einen weiteren Stellenabbau je nach Marktentwicklung nicht aus.

vwd MÜNCHEN. ICN-Bereichsvorstand Thomas Ganswindt zeigte sich am Mittwochabend in München zuversichtlich, dass der Bereich durch schlankere Strukturen, eine Konzentration auf lukratives Geschäft sowie Innovationen in Zukunft wieder schwarzen Zahlen schreiben werde. Dabei schloss er auf Grund der unsicheren Entwicklung auf dem Telekommunikationsmarkt auch einen weiteren Stellenabbau nicht aus. Erstmals sei laut Ganswindt ein Wachstumsmarkt mit deutlich zweistelligen Wachstumsraten in so kurzer Zeit in die Krise geraten. Nun gehe es darum, dieser Entwicklung rasch entgegenzusteuern.

Bislang hat Siemens wegen der flauen Branchenkonjunktur den Abbau von 10 500 Arbeitplätzen in der Netzwerksparte angekündigt. Insgesamt will ICN die Kosten im Rahmen des angekündigten Restrukturierungsprogramms bekanntlich um mindestens 2 Mrd. Euro senken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 (30. September) hat die Netzwerksparte, die im Vorjahr noch zu den wesentlichen Ergebnisträgern im Konzern zählte, einen operativen Verlust von 861 (Vorjahr plus 686) Mill. Euro eingefahren. Wegen der veränderten Rahmenbedingungen hat Siemens inzwischen seine mittelfristige Zielrendite bei ICN relativiert.

Ganswindt bestätigte zudem, dass im Konzern über eine Umstrukturierung des Bereichs Information und Kommunikation nachgedacht werde. "Es ist richtig, dass wir verschiedene strategische Optionen diskutieren". Zunächst stehe jedoch die angekündigte Restrukturierung bei ICN im Vordergrund. So soll unter anderem die Zahl der weltweiten Fertigungstätten halbiert werden, bekräftigte der ICN-Bereichsvorstand. Die hochautomatisierten Produktionsstätten in Deutschland, Brasilien und China seien davon jedoch nicht betroffen. Daneben wolle man einzelne Standorte zusammen mit anderen Siemens-Bereichen als sogenannte Konfigruationscenter führen, wodurch man flexibler auf die Marktentwicklung reagieren könne.

Darüber hinaus werde sich ICN zukünftig auf den Vertrieb von eigenen Produkten konzentrieren, was in der Vergangenheit wegen Lücken im Produktprogramm nicht möglich gewesen sei. Mit dem Verkauf von Fremdprodukten sei bislang ein Umsatz "im dreistelligen Mill Euro-Bereich" erzielt worden. Nach den Worten von Ganswindt halte ICN zudem die Augen nach geeingneten Übernahmekandidaten offen: "Wir kaufen aber nur, wenn wir dadurch einen Mehrwert haben". Der ICN-Bereichsvorstand deutete daneben an, dass auch zu der einen oder anderen Desinvestition kommen werde. Eine endgültige Entscheidung hierüber sei jedoch noch nicht gefallen.

Er bekräftigte zudem, dass Siemens an dem geplanten Börsengang der US-Netztochter Unisphere festhalte. Der Zeitpunkt hänge jedoch von der weiteren Marktentwicklung ab.

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