Umstrukturierung des Trainingsaufbaus angekündigt
Feldhoff: Rang vier absolut realistisch

Die deutschen Sportfunktionäre haben ihre Erwartungen für die Olympischen Spiele in Athen nach unten geschraubt. Ullrich Feldhoff kündigte Konsequenzen an.

HB ATHEN. Ulrich Feldhoff, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Sportbund, schreibt Rang drei in der Nationenwertung zur Halbzeit der Olympischen Spiele in Athen ab. «Unser erklärtes Ziel, Platz drei vor China zu belegen, ist nicht mehr zu halten», sagte Feldhoff auf einer Pressekonferenz in der Olympiastadt. Nun gehe es um Platz vier: «Und der ist absolut realistisch noch erreichbar.»

Zugleich kündigte das NOK-Mitglied Konsequenzen nach dem erneuten Schwimm-Debakel an. «Es ist ganz offensichtlich nicht gelungen, den Trainingsaufbau auf Athen auszurichten. Wir haben eindeutig den Punkt nicht getroffen. Ich will nicht spekulieren, aber daraus werden die Fachleute ihre Konsequenzen ziehen müssen», sagte der 66-Jährige am Samstagmorgen. Vor dem letzten Finaltag waren von insgesamt 35 Teilnehmern 13 bereits in den Vorläufen ausgeschieden.

Den von DSV-Cheftrainer und Sportdirektor Ralf Beckmann vor Beginn der Spiele angekündigten persönlichen Bestzeiten folgten zumeist Enttäuschungen. Feldhoff kritisiert: «Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster hängen, aber wir haben gerade bei den Spitzenschwimmern gesehen, dass die Periodisierung des Trainings nicht gelungen ist, und das waren nicht nur individuelle Fehler. Die Bilanz zeigt, dass diese Fehler in der Mannschaft insgesamt gemacht worden sind.»

Ein neues Konzept soll mit Blick auf Peking 2008 Wirkung zeigen. Der Bereich Leistungssport (BL) will schon Anfang September einen Entwurf vorlegen. «Die 20 Olympiastützpunkte sollen bleiben, aber die 200 Bundesstützpunkte dazu sind eindeutig zuviel, wir brauchen eine Konzentration der Kräfte.» In die Überlegungen sei auch Bundesinnenminister Otto Schily mit einbezogen.

Neben der Konzentration der Spitze auf weniger Stützpunkte («Die Topleute müssen täglich an ihre Leistungsgrenze gehen») soll nach den BL-Plänen auch die finanzielle Förderung «modifiziert» werden. Feldhoff: «Aus verständlichen Gründen wird das nicht von allen bejubelt werden, aber wir werden zu einer Lösung kommen.» Einzelheiten wolle man erst nach den Gesprächen mit den Verbänden und dem Innenminister an die Öffentlichkeit tragen.

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